Es gibt die Legende einer weiblichen
Päpstin. Dieses Buch erzählt die Geschichte der Päpstin Johanna, die zwischen 853 und 855 das Oberhaupt der Kirche war.
In beeindruckender Weise wird ein düsteres Bild des Frühmittelalters gezeichnet. Frauen, die keinerlei Rechte haben, Gewalt und Brutalität bestimmen den Alltag und durch Intrigen versucht jedermann seinen eigenen Vorteil zu sichern.
Die kleine Johanna hat einen unbegrenzten Wissensdurst. Getrieben von ihrer Neugier schafft sie es schließlich Lesen und Schreiben zu lernen. Das Schicksal spielt ihr dabei immer wieder übel mit (so wird sie von ihrem Vater, einem fanatischen Priester fast zu Tode geprügelt), doch sie findet auch Förderer, die sie schützen. Dennoch entscheidet sich Johanna nach einem brutalen Überfall Normannen auf ihre Gemeinde, als Mann fortan weiterzuleben, denn nur so kann sie Zugang zu weiterem Wissen (in Form von Büchern der Klosterbibliotheken) erhalten. Und auch hier warten Intrigen, die sie bis nach Rom und schließlich auf den heiligen Stuhl führt.
Dabei wird eine so spannende Geschichte erzählt, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte und man ahnt, dass es ein böses Ende geben wird.
Im Anhang findet sich eine populärwissenschaftliche Betrachtung über die Päpstin, inklusive diverser Indizien, die für diese These sprechen. Dabei erfährt man auch, dass sich viele der Vorfälle tatsächlich zugetragen haben (wie der Angriff auf Rom oder der Überfall der Normannen, wenn dieser sich auch erst historisch später ereignete), was zumindest mich, ob der Detailfülle erstaunte (auch wenn diese Ereignisse sicherlich ausgeschmückt worden sind).
Prädikat: sehr lesenswert!