Das Buch erzählt die Geschichte des kleinen David Rosen, der als 10-jähriger 1938 in ein ärmliches Viertel nach Hagen zieht. Carlo Ross beschreibt darin sehr anschaulich, wie sich die Verhältnisse für die jüdischen Menschen immer mehr verschlechtern, angefangen von gelegentlichen Beschimpfungen bis hin zu Raub und Mord während der Reichskristallnacht und der ersten Kriegsjahre. Die zunehmende Diskriminierung ist ein großes Problem und nach und nach wenden sich immer mehr Menschen und Freunde ab, sei es weil sie selber Angst haben und gezwungen werden den Kontakt abzubrechen, sei es weil sie selber Nazis sind oder weil sie Glück haben und rechtzeitig flüchten können.
Dieses Buch ist eigentlich ein Kinderbuch, aber ich fand es dennoch sehr gut. Es liest sich spannend und erschütternd fand ich vor allem die Ereignisse vom 09.11.1939. Das Buch endet damit, wie die Familie Rosen ins KZ deportiert wird. Ich vermute, die weitere Geschichte wird dann im Buch "Im Vorhof der Hölle" beschrieben, habe diese Buch jedoch noch nicht gelesen.
Carlo Ross war Schriftsteller und Überlebender des Holocausts. Er wurde 1928 geboren, passt also genau in das Alter des Hauptcharakters David Rosen. Ich vermute, er verarbeitete in diesen beiden Büchern seine eigenen Erlebnisse aus dieser Zeit.
Obwohl es sich bei diesem Buch um ein Kinderbuch handelt, kann ich es nur empfehlen.
Wednesday, 16. September 2009
Carlo Ross: "...aber Steine reden nicht"
Trackbacks
Trackback specific URI for this entry
No Trackbacks

