Natürlich ist das nicht meine Meinung. Aber manche Leute scheinen Spyware, Malware, Viren , Würmer und co. nicht von OpenSource unterscheiden zu können.
Was ist passiert?
Zunächst die Vorgeschichte. Es begab sich zu einer Zeit, da wurde in einem Unternehmen ein Instant Messenger eingeführt. Es gab viele Alternativen aber natürlich entschied man sich für den Microsoft Windows Messenger. Die Begründung ist, dass der Server leicht aufzusetzen sei und der Client ja schon auf jedem PC installiert ist.
Es kam so wie es kommen muss, irgendein Mitarbeiter findet den Weg durch die Firewall und verbindet sich mit einem externen Server. Sofort kommt ein Virus (eigentlich ein Wurm, aber diesen Unterschied kennt man in der Firma nicht, auf jeden Fall ist es böse) in das Netzwerk, fordert per Windows Messenger andere Mitarbeiter auf, einen Link anzuklicken und verbreitet sich rasch. In der Folge wird dieses sinnvolle Tool abgeschaltet.
Dies war im Februar. Da der Windows Messenger bis heute nicht wieder online gegangen ist, denkt sich ein Mensch, wie wäre es, wenn man gruppenintern einen eigenen Messageserver aufbaut. Als offenes und standardisiertes Produkt kommt dem OpenSource geneigten Menschen sofort
Jabber in den Sinn. Dieser lässt sich mit SSL, lokaler Authentifizierung und Abschottung von allen externen Netzen recht sicher machen, außerdem ist mir bislang kein Wurm bekannt, der sich per Jabber verbreitet. Selbst wenn es einen gäbe, so könnte er nur eine handvoll Personen erreichen.
Und hier kommt nun der Hauptwaschgang: Im Gruppenmeeting erkundige ich mich, ob in der Gruppe Interesse bestünde. Die Gesichter sehen interessiert aus, bis ich das Wort OpenSource in den Mund nehme. Anschließend sieht meine Chefin so aus, als ob bei ihr gerade die Wehen eingesetzt haben. "Also fremde Produkte können wir nicht so einfach einsetzen, schließlich weiß man nicht, was da so drinn ist. Insbesondere bei OpenSource müssen wir da sehr vorsichtig sein." So, ja, genau, gerade bei OpenSource weiß man nicht, was drinn ist. Zum Glück gewährt MS ja jedem Einblick in alle Quellen und die Spezifikationen.
Ich sehe ein, daß fremde Software ein Sicherheitsrisiko darstellt und selbstverständlich hätte ich niemals ohne Erlaubnis der entsprechenden Stellen eine solche eingesetzt. Aber die Tatsache, daß allein die Erwähnung des Wortes OpenSource eine fast schon allergische Reaktion auslöst, ist für einen Menschen, der an das Gute in quelloffener Software glaubt, dann doch hart. Für manche Leute ist OpenSource eben nur
böse,
böse,
böse.
... oder so