Dieses Buch erzählt die Lebensgeschichte des Autors und Autisten Axel Brauns vom Kindergarten bis zum Studium und erlaubt einen faszinierender Einblick in die Wahrnehmung von Autisten.
Während man das Buch liest, erfährt man, dass Axel bereits als Kleinkind verhaltensauffällig war, dass er für ihn die Haha die Mutter ist und der Dachs der Vater. Ebenso erfährt man, was so typisch für Autisten ist, wie sie eine monotone Bewegung stundenlang fesseln kann ("es erfährt Belohnung durch sich selbst") und wie sie Sicherheit in festen Regeln finden bzw. der Alltag festen Regeln folgen muß. So verzichtet Axel glücklich darauf nicht in den Urlaub zu fahren, um seinen Geburtstag wie jedes Jahr in Hamburg feiern zu können.
Niemand hätte in Axels Umwelt wohl damit gerechnet, dass Axel eines Tages auch das Abitur macht und danach auch studiert. Dennoch erlebt man, wie aus Axel noch ein sehr guter Schüler wird, trotz seiner Probleme im Umgang mit anderen Menschen. Man erlebt, wie Witze, Ironie, Sprichwörter oder auch die Körpersprache für Axel einfach verschlossen bleiben und wie er immer wieder Probleme hat Gesichter zu erkennen.
Um viele Situationen entspannt sich eine eigenartige Situationskomik, so dass man beim Lesen oft schmunzeln muß. Genau dies ist die Stärke des Buches, dass man eben keinen frustierenden und traurigen Eindruck erhält, sondern man mit der typischen Mischung aus Naivität, Gleichgültigket und Optimismus Axels Blick auf die Welt erlebt.
Ein wunderbares Buch, wobei einzig das Ende etwas abrupt ist. Dennoch kann ich das Buch nur jedem empfehlen.
In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch ganz interessant zu wissen, dass der 02.April Welt-Autismus-Tag ist.
Im Herbst soll eine Art lose Fortsetzung des Buches erscheinen, bei dem Peter Schmidt seinen Werdegang von Schule bis Promotion beschreibt. Peter Schmidt ist sowas wie der bekannteste Autist in Deutschland (er leidet am Asperger-Syndrom, einer Art positiven Ausprägung des Autismus) und hat sogar promoviert in Geophysik. Interessanterweise hat er mich auf dem Weg zur Arbeit auf das Buch angesprochen, dass ich gerade gelesen habe und wir haben festgestellt, dass wir eigentlich Arbeitskollegen sind.
Monday, 30. January 2012
Hendrik Deus: "Rückenwind"
"Rückenwind" ist das Buch des Backpackers und entfernten Verwandten von mir, Hendrik Deus, der 2010 Abschied von seinem Büroalltag nimmt und von Abenteuerlust gepackt von dannen (durch Südamerika) zieht.
Ursprünglich als kleines Weblog gestartet, entwickelt es sich schnell zu einem kleinen Buchprojekt. Laut eigener Aussage im Stil von Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" angelehnt (kenn ich nicht), auf jeden Fall sehr locker und amüsant geschrieben. Geprägt von Abenteuer, Freiheit und natürlich Freundschaften gibt er detailliert Auskunft darüber, was in Südamerika sehenswert ist, wo man nicht unbedingt hin muß und was man sich wohl sparen kann.
Interessant zu lesen auf jeden Fall, wie man sich das Backpackerleben so vorzustellen hat: Sehenswürdigkeiten abklappern, ein paar Bekannte treffen, feiern, stundenlang in vollen engen Kistchen rumgekutscht werden, unterwegs ein paar Souvenirs mitnehmen und immer auf der Suche nach dem perfekten Reiseziel, ganz so wie es der Lonely Planet vorgibt.
Das Fernweh ist auf jeden Fall geweckt, wenn man das so liest.
Ursprünglich als kleines Weblog gestartet, entwickelt es sich schnell zu einem kleinen Buchprojekt. Laut eigener Aussage im Stil von Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" angelehnt (kenn ich nicht), auf jeden Fall sehr locker und amüsant geschrieben. Geprägt von Abenteuer, Freiheit und natürlich Freundschaften gibt er detailliert Auskunft darüber, was in Südamerika sehenswert ist, wo man nicht unbedingt hin muß und was man sich wohl sparen kann.
Interessant zu lesen auf jeden Fall, wie man sich das Backpackerleben so vorzustellen hat: Sehenswürdigkeiten abklappern, ein paar Bekannte treffen, feiern, stundenlang in vollen engen Kistchen rumgekutscht werden, unterwegs ein paar Souvenirs mitnehmen und immer auf der Suche nach dem perfekten Reiseziel, ganz so wie es der Lonely Planet vorgibt.
Das Fernweh ist auf jeden Fall geweckt, wenn man das so liest.
C.Kurz, F.Rieger "Die Datenfresser"
Dieses Buch ist ein Ratgeber durch die digitalen Lockangebote von Facebook, Google+, Apple, Amazon und all den anderen Unternehmen, denen wir viel zu leicht gläubig unsere Daten hinterher werfen. Doch nicht nur die freie Wirtschaft verlangt nach immer mehr und immer privateren Daten von ihren Nutzern, die sie uns für vermeintlich unschätzbare kostenlose Dienste abverlangt, auch Vater Staat hat, wie man bei der Vorratsdatenspeicherung schön sieht, ein Interesse daran immer mehr Datenschätze über seine Bürger zu sammeln. Und natürlich sind sie immer auf der Suche, diese wachsenden Datenmengen (die natürlich auch aus unterschiedlichsten Quellen stammen können, aber das verrät uns natürlich keiner) auch miteinander zu verknüpfen.
Dieses Buch will einen Leitfaden geben, was im Internet so vor sich geht, worauf man achten muß und nicht zu letzt wirbt es natürlich für die Privatsphäre und das Recht auf Informelle Selbsbestimmung. Es ist unterhaltend geschrieben und läßt sich locker und leicht lesen. Man kann über die diversen fiktiven Episoden natürlich gespaltener Meinung sein, aber anhand dieser Geschichten werden sehr schön die Probleme von zuviel Datenfreizügigkeit gezeigt. Ob diese wirklich der Wahrheit entsprechen, bzw. ob wir uns wirklich zu solchen Gesellschaften entwickeln, ist natürlich fraglich, es illustriert aber die diversen möglichen Probleme.
Natürlich wird auch wieder der Datenbrief als mögliches Konzept zur Datensparsamkeit vorgeschlagen. Aber ob das wirklich eine Lösung aus dem Dilemma ist, wage ich zu bezweifeln. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass es unvermeidlich ist, in welche Richtung wir uns als Gesellschaft entwickeln werden und ich habe so meine Zweifel, ob man das noch verhindern wird können. Leider.
Anstatt das Buch teuer über Amazon zu kaufen (Partnerlink siehe Grafik), kann man es auch über die Bundeszentrale für politische Bildung für 4,50 Euro erwerben. Lesetipp für alle Internet- und "Apps"- Nutzer!
Dieses Buch will einen Leitfaden geben, was im Internet so vor sich geht, worauf man achten muß und nicht zu letzt wirbt es natürlich für die Privatsphäre und das Recht auf Informelle Selbsbestimmung. Es ist unterhaltend geschrieben und läßt sich locker und leicht lesen. Man kann über die diversen fiktiven Episoden natürlich gespaltener Meinung sein, aber anhand dieser Geschichten werden sehr schön die Probleme von zuviel Datenfreizügigkeit gezeigt. Ob diese wirklich der Wahrheit entsprechen, bzw. ob wir uns wirklich zu solchen Gesellschaften entwickeln, ist natürlich fraglich, es illustriert aber die diversen möglichen Probleme.
Natürlich wird auch wieder der Datenbrief als mögliches Konzept zur Datensparsamkeit vorgeschlagen. Aber ob das wirklich eine Lösung aus dem Dilemma ist, wage ich zu bezweifeln. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass es unvermeidlich ist, in welche Richtung wir uns als Gesellschaft entwickeln werden und ich habe so meine Zweifel, ob man das noch verhindern wird können. Leider.
Anstatt das Buch teuer über Amazon zu kaufen (Partnerlink siehe Grafik), kann man es auch über die Bundeszentrale für politische Bildung für 4,50 Euro erwerben. Lesetipp für alle Internet- und "Apps"- Nutzer!
Thursday, 10. November 2011
William Calvin: "Der Strom, der bergauf fließt"
Das Buch ist ein echter Hammer. Auf knapp 700 Seiten erzählt William Calvin die Geschichte einer Gruppe Wissenschaftler, die gemeinsam eine Bootsfahrt auf dem Colorado River gemacht haben. Das erste Highlight ist dabei die unglaubliche Detailfülle, wie die Flussfahrt dargestellt wird, wie man die Natur erlebt, welche Exkursionen man in die Seitentäler unternimmt, wie die Stromschnellen gemeistert werden, die Ruinen der Anasazi erforscht werden oder die Rückkehr in menschliche Gegenden die Reisenden ob der Schönheit der Natur bedrücken. Man bekommt dabei so richtig Lust, genau so eine Reise auf dem Colorado River auch zu unternehmen.
Das eigentliche Highlight sind aber die wissenschaftlichen Aspekte. Die Wissenschaftler diskutieren über Themen der Geologie (Entstehung des Grand Canyon), Ökologie, Biologie, Anthropologie, Astronomie und mehr. Interessant ist dabei die unglaubliche Detailfülle, die dem Leser dabei mitgeteilt wird. Ich halte mich ja nun wirklich nicht für ungebildet, aber viele dieser Thesen habe ich noch nicht gehört und es ist einfach faszinierend diese Unterhaltungen zu lesen. Zusätzlich dazu gibt es unheimlich viele Querverweise zu den Fakten und Thesen.
Es macht zwar einerseits Spaß, dieses Buch zu lesen, andererseits ist es aber auch keine leichte Kost. Man muss oft innehalten und die Eindrücke erstmal "setzen lassen" und sie reflektieren. Das hat unter anderem auch dazu geführt, dass ich relativ lange an diesem Roman gelesen habe. Trotzdem, oder gerade deswegen ist es ein sehr faszinierendes Buch und seit langem das interessantes Werk was ich gelesen habe. Der Vorteil dabei ist, dass auch ohne wissenschaftliche Kenntnisse und Hintergrundwissen jedes Thema so dargestellt wird, dass man automatisch mehr wissen möchte und nicht zu trocken dargestellt wird.
Definitiv lesenswert!
Das eigentliche Highlight sind aber die wissenschaftlichen Aspekte. Die Wissenschaftler diskutieren über Themen der Geologie (Entstehung des Grand Canyon), Ökologie, Biologie, Anthropologie, Astronomie und mehr. Interessant ist dabei die unglaubliche Detailfülle, die dem Leser dabei mitgeteilt wird. Ich halte mich ja nun wirklich nicht für ungebildet, aber viele dieser Thesen habe ich noch nicht gehört und es ist einfach faszinierend diese Unterhaltungen zu lesen. Zusätzlich dazu gibt es unheimlich viele Querverweise zu den Fakten und Thesen.
Es macht zwar einerseits Spaß, dieses Buch zu lesen, andererseits ist es aber auch keine leichte Kost. Man muss oft innehalten und die Eindrücke erstmal "setzen lassen" und sie reflektieren. Das hat unter anderem auch dazu geführt, dass ich relativ lange an diesem Roman gelesen habe. Trotzdem, oder gerade deswegen ist es ein sehr faszinierendes Buch und seit langem das interessantes Werk was ich gelesen habe. Der Vorteil dabei ist, dass auch ohne wissenschaftliche Kenntnisse und Hintergrundwissen jedes Thema so dargestellt wird, dass man automatisch mehr wissen möchte und nicht zu trocken dargestellt wird.
Definitiv lesenswert!
Wednesday, 3. August 2011
Thilo Bode: "Die Essensfälscher"
Dieses Buch stammt von Thilo Bode, dem Gründer der Verbraucherschutzorganisation foodwatch und ehemaligem Geschäftsführer von Greenpeace. Er beschäftigt sich hier mit den Praktiken der großen Lebensmittelkonzerne.
Was bedeutet eigentlich Bio und stammt der "Schwarzwälder Schinken" tatsächlich aus dem Schwarzwald? Ist Milchschnitte wirklich die leichte Zwischenmahlzeit und ist rechtsdrehender Joghurt gesünder als linksdrehender? Diesen Fragestellungen geht Thilo Bode nach und man kann sich denken, dass die Antworten dabei nicht unbedingt schmeichelhaft ausfallen.
Thilo Bode stellt dabei die These auf, dass die Lebensmittelkonzerne ihre Kunden systematisch belügen und uns lieber Produkte in neuen bunten Verpackungen andrehen, die angeblich sexier machen, oder uns abnehmen lassen, etc. Bode entlarvt dabei die von den Werbeleuten geschickte aufgebauten Marketinglegenden.
Ihm wird dabei auch oft vorgeworfen, zu übertreiben, bzw. die Menschen mit Absicht zu verunsichern und von der "Skandalisierung" zu leben. Tatsächlich mag sich einem dieser Eindruck aufdrängen, wenn man das Buch liest. Aber vielleicht braucht es auch mal einen, der so direkt die Mißstände anspricht, damit sich was ändern kann. Dennoch liest sich das Buch angenehm und hurmovoll.
In diesem Sinn kann ich das Buch ruhigen Gewissens empfehlen und hoffe, dass man zukünftig den Werbeversprechen mit einer gehörigen Portion Skepsis begegnet.
Dem amerikanischen Intellektuellen, Autor und wie Bode ein Essenskritiker Michael Pollan, werden folgende Aphorismen zugeschrieben:
Man sollte nichts essen, was die eigene Großmutter nicht als Essen anerkannt hätte. Man sollte nichts kaufen was mehr als fünf Inhaltsstoffe hat. Man sollte nichts kaufen, was Inhaltsstoffe enthält, welche ein normaler Mensch nicht im Küchenschrank hat. Früchte sollte man so essen, wie man sie in der Natur vorfindet.
Das trifft es ganz gut, glaube ich.
In dem Zusammenhang sei auch auf die folgenden Portale hingewiesen:
- abgespeist.de Eine Initiative von foodwatch, die sich gegen Etikettenschwindel bei Lebensmitteln wendet
- Lebensmittelklarheit Ein Portal der Verbraucherorganisationen und gesponsert vom Verbraucherschutzministerium, dass sich ebenfalls der Kennzeichnung von Lebensmitteln widmet. Ist gerade erst mit großem Tamptam eröffnet worden und war zeitweilig dem Besucherandrang nicht gewachsen.
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21:43
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Wednesday, 13. July 2011
Ulrike Bliefert: "ElfenGrab"
Ulrike Bliefert: ElfenGrab ist ein spannender Jugendthriller und sicher nicht nur für Jugendliche geeignet.
Sina ist ein 16 jähriges Mädchen und kommt gerade auf ein Internat in Mecklenburg Vorpommern. Dort verstirbt kurze Zeit später überraschend ihre Mitschülerin Lilly und Sina findet zufällig ihr Tagebuch in ihrem Zimmer. Darin beschreibt Lilly ihre Befürchtungen umgebracht zu werden. Sina wird neugierig und beginnt Nachforschungen. Kurze Zeit später beginnt eine spannende Jagd um den Tod von Lilly aufzuklären und natürlich hören die Erwachsenen nicht auf die Jugendlichen.
Ein spannendes Buch, von der ersten bis zur letzten Seite. Ich würde es als sehr gute Unterhaltung bezeichnen, die auch für Erwachsene unterhaltsam ist. An der einen oder anderen Stelle ist das Buch etwas unglaubwürdig, so z.B. Sinas schnelle Wandlung vom Gothic-Rebell zur Musterschülerin, die nebenbei noch das Geheimnis um Lillis Tod aufklärt, aber diese Schwächen sind schnell verziehen. Für mich machte das Buch noch interessanter, dass es genau dort spielte, wo ich gerade im Urlaub war.
Also durchaus empfehlenswert!
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Tuesday, 21. June 2011
Gudrun Pausewang: "Die Wolke"
Jetzt komme ich endlich dazu, dieses Buch zu rezensieren.
Es handelt sich hierbei um ein Jugendbuch, dass unter dem Eindruck des Tschernobyl Desasters 1987 entstand. Der Roman beschäftigt sich mit den Folgen eines Super GAUs, der sich im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern ereignet hat. Erzählt wird die Geschichte der Schülerin Janna-Berta, die im Verlauf des Unfalls, sowie der aufkommenden Panik ihre ganze Familie verliert und sich allein von Bayern bis nach Hamburg und später Wiesbaden durchschlägt.
Für ein Jugendbuch fand ich die Szenen teilweise ganz schön grausam, vor allem die Panik während der Flucht der Menschen nach Norden sowie später im Krankenhaus, wo sie das Leid und den Tod vieler Kinder erleben muß. Auch spricht Pausewang die gesellschaftspolitischen Folgen der Katastrophe an, angefangen von Hunger, Intoleranz den Strahlenopfern gegenüber und das Verdrängen der Katastrophe. Also vermutlich genau das, was uns nach einem solchen Reaktorunglück tatsächlich blüht.
Man muß sich natürlich klar machen, dass diese Buch im Jahr 1987 spielt. So existiert natürlich noch die DDR. Und auch die heutzutage so normalen modernen Kommunikationsmöglichkeiten spielen keine Rolle, was einem mal wieder bewußt war, dass die 80er Jahre doch schon ganz schön lange vorbei sind und damit der Roman leider nicht ganz so realistisch wirkt.
Dieses Buch hat infolge der Ereignisse um Fukushima eine neue traurige Relevanz bekommen und es wird wohl auch noch Jahre dauern, bis wirklich klar ist, womit die Menschen in Japan leben müssen und welche Auswirkungen diese Katastrophe wirklich hat. Vor diesem Hintergrund spielen die kleinen Schwächen keine Rolle, zumal wenn man die Auswirkungen auf die Gesellschaft betrachtet.
Fazit: lesenswert!
Es handelt sich hierbei um ein Jugendbuch, dass unter dem Eindruck des Tschernobyl Desasters 1987 entstand. Der Roman beschäftigt sich mit den Folgen eines Super GAUs, der sich im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern ereignet hat. Erzählt wird die Geschichte der Schülerin Janna-Berta, die im Verlauf des Unfalls, sowie der aufkommenden Panik ihre ganze Familie verliert und sich allein von Bayern bis nach Hamburg und später Wiesbaden durchschlägt.
Für ein Jugendbuch fand ich die Szenen teilweise ganz schön grausam, vor allem die Panik während der Flucht der Menschen nach Norden sowie später im Krankenhaus, wo sie das Leid und den Tod vieler Kinder erleben muß. Auch spricht Pausewang die gesellschaftspolitischen Folgen der Katastrophe an, angefangen von Hunger, Intoleranz den Strahlenopfern gegenüber und das Verdrängen der Katastrophe. Also vermutlich genau das, was uns nach einem solchen Reaktorunglück tatsächlich blüht.
Man muß sich natürlich klar machen, dass diese Buch im Jahr 1987 spielt. So existiert natürlich noch die DDR. Und auch die heutzutage so normalen modernen Kommunikationsmöglichkeiten spielen keine Rolle, was einem mal wieder bewußt war, dass die 80er Jahre doch schon ganz schön lange vorbei sind und damit der Roman leider nicht ganz so realistisch wirkt.
Dieses Buch hat infolge der Ereignisse um Fukushima eine neue traurige Relevanz bekommen und es wird wohl auch noch Jahre dauern, bis wirklich klar ist, womit die Menschen in Japan leben müssen und welche Auswirkungen diese Katastrophe wirklich hat. Vor diesem Hintergrund spielen die kleinen Schwächen keine Rolle, zumal wenn man die Auswirkungen auf die Gesellschaft betrachtet.
Fazit: lesenswert!
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Tuesday, 8. February 2011
"Open Source Business Intelligence (OSBI): Möglichkeiten, Chancen und Risiken quelloffener BI-Lösungen"
Wer sich mit Business Intelligence beschäftigt, der weiß, dass dieser Markt von den etablierten, kommerziellen Software Hersteller (IBM, SAP, Oracle, MS) beherrscht wird. Und doch finden sich auch hier OpenSource Anbieter, die fast den kompletten BI-Stack an Lösungen anbieten. Zu nennen wären da vor allem Talend, Pentaho, Jaspersoft und Jedox. In diesem Fachbuch geht es um diese - im Vergleich zu den etablierten Anbietern - "kleinen" und kostengünstigen Lösungen und ihre Leistungsfähigkeit. Man bekommt einen Überblick über die Leistungsfähigkeiten, Chancen und Risiken von Open Source Lösungen.
Das Buch ist so aufgebaut, dass nicht jedes Kapitel aufeinander aufbaut und man so gleich zu den interessanten Stellen springen kann. Man kann alternativ aber auch das Buch von vorne durchlesen. Nach einem Einführungskapitel mit Grundlagen zu Business Intelligence und Open Source folgt ein Kapitel über die Architektur und darauf dann Praxisbeispiele der verschiedenen Lösungen. Vorgestellt werden Talend Open Studio (ETL), die BI-Suiten von Jaspersoft, Pentaho und Palo Suite von Jedox und Data Mining mit dem RapidMiner. Das Buch schließt ein Kapitel zum Thema Markt und Trends.
Das Buch gibt einen guten Überblick über die vorhandenen Technologien und Architektur, Stärken und Schwächen der Anbieter, sowie die kommenden(?) Trends (massive Parallalelität durch GPUs) und natürlich die Geschäftsmodelle der Open Source Anbieter, denn offener Quellcode heißt nicht automatisch kostenlos. Das stimmt vor allem dann, wenn man weitergehende Funktionalitäten benötigt oder Beratungs- bzw. Wartungsverträge abschließt.
Dabei wird das Thema eher von der praktischen Seite von verschiedenen Autoren behandelt, was leider zu teilweisen Überschneidungen führt. Dennoch kann das Buch einen guten Einblick in das Thema vermitteln. Durch die umfangreichen Quellenangaben findet man auch leicht weiterführende Literatur. Das umfangreiche Thema sorgt leider dafür, dass nicht alle Aspekte der Business Intelligence betrachtet werden können (natürlich), das Thema Datenbanken und auch Berechtigungs- und Sicherheitsaspekte kommen mir etwas arg kurz angeschnitten vor und auch die Beschreibungen der Tools sind natürlich auf bestimmte Versionen beschränkt, die mittlerweile schon wieder veraltet sein könnten. Nachdem ich nun einen Einblick in Open Source Business Intelligence habe, fehlt mir persönlich jetzt nur noch der Vergleich zu den kommerziellen Anbietern. Wo liegen da Stärken, was sind Schwächen?
Das Buch ist so aufgebaut, dass nicht jedes Kapitel aufeinander aufbaut und man so gleich zu den interessanten Stellen springen kann. Man kann alternativ aber auch das Buch von vorne durchlesen. Nach einem Einführungskapitel mit Grundlagen zu Business Intelligence und Open Source folgt ein Kapitel über die Architektur und darauf dann Praxisbeispiele der verschiedenen Lösungen. Vorgestellt werden Talend Open Studio (ETL), die BI-Suiten von Jaspersoft, Pentaho und Palo Suite von Jedox und Data Mining mit dem RapidMiner. Das Buch schließt ein Kapitel zum Thema Markt und Trends.
Das Buch gibt einen guten Überblick über die vorhandenen Technologien und Architektur, Stärken und Schwächen der Anbieter, sowie die kommenden(?) Trends (massive Parallalelität durch GPUs) und natürlich die Geschäftsmodelle der Open Source Anbieter, denn offener Quellcode heißt nicht automatisch kostenlos. Das stimmt vor allem dann, wenn man weitergehende Funktionalitäten benötigt oder Beratungs- bzw. Wartungsverträge abschließt.
Dabei wird das Thema eher von der praktischen Seite von verschiedenen Autoren behandelt, was leider zu teilweisen Überschneidungen führt. Dennoch kann das Buch einen guten Einblick in das Thema vermitteln. Durch die umfangreichen Quellenangaben findet man auch leicht weiterführende Literatur. Das umfangreiche Thema sorgt leider dafür, dass nicht alle Aspekte der Business Intelligence betrachtet werden können (natürlich), das Thema Datenbanken und auch Berechtigungs- und Sicherheitsaspekte kommen mir etwas arg kurz angeschnitten vor und auch die Beschreibungen der Tools sind natürlich auf bestimmte Versionen beschränkt, die mittlerweile schon wieder veraltet sein könnten. Nachdem ich nun einen Einblick in Open Source Business Intelligence habe, fehlt mir persönlich jetzt nur noch der Vergleich zu den kommerziellen Anbietern. Wo liegen da Stärken, was sind Schwächen?
Tuesday, 1. February 2011
Birger Sellin: "ich will kein inmich mehr sein: botschaften aus einem autistischen kerker"
Birger Sellin ist seit seinem 2. Lebensjahr schwer autistisch behindert und verstummt. Er schreit, schlägt um sich, wirkt abwesend und in seiner eigenen Welt gefangen.
Für die Eltern muß das unheimlig schwer sein, so ein Kind aufzuziehen und immer die Aufmerksamkeit mit ihrem Kind auf sich zu ziehen. Um so erstaunlicher, als seine Eltern entdeckten, dass Birger lesen kann und die Gestützte Kommunikation Birger hilft, sich auszudrücken und Einblicke in seine Welt ermöglichen.
Wenn man das so liest, glaubt man nicht, dass diese Texte von einem Autisten geschrieben wurden. Das ermöglicht faszinierende und gleichzeitig bedrückende Einblicke in die Welt des Autismus.
Obwohl die Methode der Gestützten Kommunikation in der Fachwelt sehr umstritten ist, fand ich diese Einblicke sehr faszinierend, unabhängig von der Frage, ob die Texte wirklich von Birger geschrieben wurden oder von seinem Betreuer.
Für die Eltern muß das unheimlig schwer sein, so ein Kind aufzuziehen und immer die Aufmerksamkeit mit ihrem Kind auf sich zu ziehen. Um so erstaunlicher, als seine Eltern entdeckten, dass Birger lesen kann und die Gestützte Kommunikation Birger hilft, sich auszudrücken und Einblicke in seine Welt ermöglichen.
Wenn man das so liest, glaubt man nicht, dass diese Texte von einem Autisten geschrieben wurden. Das ermöglicht faszinierende und gleichzeitig bedrückende Einblicke in die Welt des Autismus.
Obwohl die Methode der Gestützten Kommunikation in der Fachwelt sehr umstritten ist, fand ich diese Einblicke sehr faszinierend, unabhängig von der Frage, ob die Texte wirklich von Birger geschrieben wurden oder von seinem Betreuer.
Thursday, 28. October 2010
Pete Dexter: God's Pocket
Pete Dexters God's Pocket ist ein Roman noir. Das Original entstand bereits 1983, aber erst jetzt wurde eine deutsche Ausgabe aufgelegt.
Die Geschichte spielt in Philadelphia in den 80er Jahren in einem der übelsten Vierteln, dem God's Pocket. Dort lebt auch Leon Hubbard, zusammen mit seiner Mutter und ihrem neuen Mann Mickey Scarpato. Leon Hubbard ist ein Dreckskerl, egoistisch, unberechenbar und gewalttätig. Er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und so landet er auch bei einer Bauarbeitertruppe, wo er als Maurer aushilft. Nachdem er wiederholt einen Arbeitskollegen bedroht und verspottet hat, wird er jedoch plötzlich vor den Augen der Anderen erschlagen. Jedoch, niemand interessiert sich für die genauen Todesumstände und so wird sein Tod von der Polizei als Unfall zu den Akten gelegt. Nur ein Reporter und die Mutter wollen die genaueren Umstände herausfinden.Und so erlebt man, wie sich eine Spirale der Gewalt entwickelt, in deren Folge mehrere Personen zu Tode kommen.
Pete Dexter - früher selber Journalist - verarbeitet in diesem Roman auch seine eigenen Erfahrungen. Nachdem er infolge eines Zeitungsartikels in eine Schlägerei verwickelt und schwer verletzt wurde, gab er diesen Beruf auf und wurde freier Schriftsteller.
Offensichtlich hat Dexter aber keine gute Meinung über seinen alten Berufsstand, so werden die Journalisten in diesem Roman als heruntergekommene, versoffene Gestalten beschrieben, die keine Lust mehr zu arbeiten haben. Auch ansonsten beschreibt der Roman die Umwelt als düster, unwirklich, gleichgültig, lethargisch und unberechenbar. In der Welt, in der die Bewohner des God's Pocket leben, besteht für diese Leute keine Hoffnung mehr, aus dem Elend herauszukommen.
Diese Stimmung wird sehr lebendig beschrieben und durch die vielen unerwarteten Wendungen, war es sehr spannend zu lesen. Empfehlenswert.
Die Geschichte spielt in Philadelphia in den 80er Jahren in einem der übelsten Vierteln, dem God's Pocket. Dort lebt auch Leon Hubbard, zusammen mit seiner Mutter und ihrem neuen Mann Mickey Scarpato. Leon Hubbard ist ein Dreckskerl, egoistisch, unberechenbar und gewalttätig. Er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und so landet er auch bei einer Bauarbeitertruppe, wo er als Maurer aushilft. Nachdem er wiederholt einen Arbeitskollegen bedroht und verspottet hat, wird er jedoch plötzlich vor den Augen der Anderen erschlagen. Jedoch, niemand interessiert sich für die genauen Todesumstände und so wird sein Tod von der Polizei als Unfall zu den Akten gelegt. Nur ein Reporter und die Mutter wollen die genaueren Umstände herausfinden.Und so erlebt man, wie sich eine Spirale der Gewalt entwickelt, in deren Folge mehrere Personen zu Tode kommen.
Pete Dexter - früher selber Journalist - verarbeitet in diesem Roman auch seine eigenen Erfahrungen. Nachdem er infolge eines Zeitungsartikels in eine Schlägerei verwickelt und schwer verletzt wurde, gab er diesen Beruf auf und wurde freier Schriftsteller.
Offensichtlich hat Dexter aber keine gute Meinung über seinen alten Berufsstand, so werden die Journalisten in diesem Roman als heruntergekommene, versoffene Gestalten beschrieben, die keine Lust mehr zu arbeiten haben. Auch ansonsten beschreibt der Roman die Umwelt als düster, unwirklich, gleichgültig, lethargisch und unberechenbar. In der Welt, in der die Bewohner des God's Pocket leben, besteht für diese Leute keine Hoffnung mehr, aus dem Elend herauszukommen.
Diese Stimmung wird sehr lebendig beschrieben und durch die vielen unerwarteten Wendungen, war es sehr spannend zu lesen. Empfehlenswert.
Saturday, 9. October 2010
Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen
Rührend und auch spannend geschriebener Roman über eine Frau, die das Haus ihrer Großmutter erbt, in dem sie bis zu einem tragischen Erlebnisse viele Tage ihrer Ferien verbracht hat. Nach und nach erinnert sie sich an die vielen Erlebnisse und wie damals der tragische Unfall geschehen ist.
Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Eindeutig lesenswert.
Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Eindeutig lesenswert.
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Tuesday, 3. August 2010
Dan Brown: "Das verlorene Symbol"
Das verlorene Symbol war meine Urlaubslektüre, weswegen hier in letzter Zeit sowenig los war.
Man könnte das Buch als typischen Dan Brown bezeichnen. Kennt man eins, können einen andere Romane nicht mehr überraschen, weil man das Unglaubwürdige bereits erwartet.
Es ist spannend und ich habe es relativ schnell durchgelesen, allein es hat mich nicht so gefesselt, wie damals mein erstes Buch, "Das Sakrileg". Wobei ich damals auch die illustrierte Ausgabe gelesen habe. Sollte es so eine Ausgabe auch vom verlorenen Symbol geben, ist dieser definitiv der Vorzug gegenüber dem Taschenbuch oder der einfachen gebundenen Ausgabe zu geben.
Im Übrigen ist die Qualität des gebundenen Buches (Papier, Schrift) nicht mit der gebundenen Ausgabe von Schätzings "Limit" zu vergleichen. Bei gleichem Preis für ungefähr die Hälfte der Seitenanzahl ist dies schon enttäuschend. Im Zweifel würde ich zu "Limit" greifen. Das hat mich von Anfang an gefesselt.
Mehr ist eigentlich auch nicht zu sagen. Robert Langdon ist immernoch die Hauptfigur und findet sich plötzlich in einem unwirklichem Schauspiel wieder. Schon der Anfang ist sehr seltsam. Wer bitte schön, läßt sich nur aufgrund eines Anrufes bzw. eines Faxes eines unbekannten "Sekretär" eines guten Bekannten zu einer kurzfristigen Reise quer durch das Land hinreißen? Da würde man doch wenigstens mal seinen Bekannten kurz zurück rufen, wenn man diesen Menschen schon nicht kennt, oder? Hauptsache die Story ist halt irgendwie spannend.
Für zwischendurch mal ganz spannend. Aber für dieses Jahr hab ich genug Dan Brown.
Friday, 25. June 2010
Frank Schätzing "Limit"
Seit "Der Schwarm" bin ich ein großer Fan von Frank Schätzing und dieses Werk enttäuscht mich nicht, was meine Erwartungen angeht. Das betrifft sowohl die positiven Erwartungen als auch die negativen.
Das Buch ist noch relativ neu, es ist erst seit Herbst letzten Jahres auf dem Markt und demzufolge ist es momentan noch nicht als Taschenbuch verfügbar und obwohl "Der Schwarm" mit guten 1000 Seiten damals schon ein Wälzer war, vermutete ich, dass Schätzings aktueller Titel nicht weniger Seiten enthält. Tatsächlich stieg die Anzahl der Seiten auf nun gut 1300 Seiten.
Die Geschichte spielt in naher Zukunft, im Jahre 2025. Mittlerweile ist die Menschheit dabei, die Ressourcen des Mondes auszubeuten und sich von der Abhängigkeit vom Öl zu lösen. Und während sich eine Gruppe gut betuchter VIPs auf eine Abenteuerreise zum Mond macht, stößt eine chinesische Dissidentin auf Textfragmente, die zunächst unverständlich sind, sich aber später sich als Weltverschwörung und große Gefahr für die VIPler auf dem Mond herausstellt. Infolge dessen entwickelt sich eine blutige Hetzjagd um den halben Globus, bei der einige Beteiligte ihr Leben lassen müssen.
Ich befürchtete im Vorfeld, dass das Buch einige langwierige Stellen aufweisen würde, wie ich es bereits aus "Der Schwarm" kannte. Tatsächlich gibt es einige Stellen, wo man sich gewünscht hätte, der Roman wäre um ein paar Seiten gekürzt worden, aber ich persönlich fand es bei weitem nicht so anstrengend, wie die ellenlangen Beschreibungen von "Der Schwarm". Die Geschichte bleibt dennoch spannend und die wenigen Hänger sind relativ schnell vorbei.
Interessant fand ich die vielen Andeutungen auf tagespolitische Ereignisse aus den letzten Jahren, sowie den ungewöhnlichen Schreibstil, bei dem Sätze durch Absätze unterbrochen werden. Dies sieht zunächst ungewöhnlich aus, scheint mir aber ein bewußt gewähltes Stilmittel zu sein. Einzig die ungewöhnlich große Anzahl an Personen macht den Roman unübersichtlich.
Dennoch, ich fand den Roman ungemein spannend und das Preis- /Leistungsverhältnis von 1300 Seiten für 26 Euro ist durchaus angemessen. Ach und der Zeitrahmen von 2025 scheint ein wenig zu optimistisch zu sein, wenn man sich die Fortschritte zumindest in der Raumfahrt anschaut. Der Rest würde ja durchaus als 2025 durchgehen. Fazit: Ich fand es so spannend, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand gelegt habe und weniger durchschaubar und unwahrscheinlich als zum Beispiel einen Dan Brown.
Das Buch ist noch relativ neu, es ist erst seit Herbst letzten Jahres auf dem Markt und demzufolge ist es momentan noch nicht als Taschenbuch verfügbar und obwohl "Der Schwarm" mit guten 1000 Seiten damals schon ein Wälzer war, vermutete ich, dass Schätzings aktueller Titel nicht weniger Seiten enthält. Tatsächlich stieg die Anzahl der Seiten auf nun gut 1300 Seiten.
Die Geschichte spielt in naher Zukunft, im Jahre 2025. Mittlerweile ist die Menschheit dabei, die Ressourcen des Mondes auszubeuten und sich von der Abhängigkeit vom Öl zu lösen. Und während sich eine Gruppe gut betuchter VIPs auf eine Abenteuerreise zum Mond macht, stößt eine chinesische Dissidentin auf Textfragmente, die zunächst unverständlich sind, sich aber später sich als Weltverschwörung und große Gefahr für die VIPler auf dem Mond herausstellt. Infolge dessen entwickelt sich eine blutige Hetzjagd um den halben Globus, bei der einige Beteiligte ihr Leben lassen müssen.
Ich befürchtete im Vorfeld, dass das Buch einige langwierige Stellen aufweisen würde, wie ich es bereits aus "Der Schwarm" kannte. Tatsächlich gibt es einige Stellen, wo man sich gewünscht hätte, der Roman wäre um ein paar Seiten gekürzt worden, aber ich persönlich fand es bei weitem nicht so anstrengend, wie die ellenlangen Beschreibungen von "Der Schwarm". Die Geschichte bleibt dennoch spannend und die wenigen Hänger sind relativ schnell vorbei.
Interessant fand ich die vielen Andeutungen auf tagespolitische Ereignisse aus den letzten Jahren, sowie den ungewöhnlichen Schreibstil, bei dem Sätze durch Absätze unterbrochen werden. Dies sieht zunächst ungewöhnlich aus, scheint mir aber ein bewußt gewähltes Stilmittel zu sein. Einzig die ungewöhnlich große Anzahl an Personen macht den Roman unübersichtlich.
Dennoch, ich fand den Roman ungemein spannend und das Preis- /Leistungsverhältnis von 1300 Seiten für 26 Euro ist durchaus angemessen. Ach und der Zeitrahmen von 2025 scheint ein wenig zu optimistisch zu sein, wenn man sich die Fortschritte zumindest in der Raumfahrt anschaut. Der Rest würde ja durchaus als 2025 durchgehen. Fazit: Ich fand es so spannend, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand gelegt habe und weniger durchschaubar und unwahrscheinlich als zum Beispiel einen Dan Brown.
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Wednesday, 26. May 2010
Ken Saro-Wiwa: "Flammen der Hölle"
Dieses Buch erzählt die erschütternde Geschichte des Volkes der Ogoni und ihres Kampfes gegen die nigerianischen Machthaber um Menschenrechte und Umweltschutz. Ken Saro-Wiwa war der Anführer in diesem ungleichen Kampf, den er auf friedliche Weise führte. Die Ogoni leben im Nigerdelta, einem an Erdöl sehr reichen Gebiet Nigerias und dies ist vermutlich auch der Grund, dass der Kampf so rücksichtslos gegen sie geführt wurde, denn der nigerische Staat fürchtet um seine Petro-Dollar.
Eine unrühmliche Rolle dabei spielt auch Shell und andere Öl-Multis, die sich nicht um die Bevölkerung kümmern und auf immer neue Art und Weise das Land ausbeuten. Dabei wird keine Rücksicht auf die Umwelt genommen. Lecks in Pipelines vergiften das Land und werden kaum repariert, so dass das Öl einfach so im Boden versichert.
Tragischerweise, kostete Saro-Wiwa sein Engagement letzten Endes sein Leben. Er wurde im November 1995 zusammen mit 8 weiteren Angeklagten in einem Schauprozess hingerichtet.
Dieses Buch dokumentiert den Zeitraum von Juni 1993 bis Mai 1994. Kurze Zeit später wurde er endgültig inhaftiert. Für sein Engagement erhielt er den Alternativen Nobelpreis 1994. Trotzdem ist er nicht so bekannt wie Gandhi oder Martin Luther King. Afrika ist eben doch sehr weit weg und die Brent Spar war halt wichtiger.
Schade, dass wir damals davon so wenig mitbekommen haben. Ich erinnere mich noch gut an die Geschichte von der Brent Spar (auch wenn ich noch ein Kind war), aber gerade Brent Spar hatte ja gezeigt, wie viel man gegen übermächtige Ölkonzerne erreichen kann.
Gerade aus diesem Grund kann ich das Buch sehr empfehlen. Auch im Hinblick auf die Katastrophe am Golf von Mexiko zeigt sich wieder einmal, dass die Konzerne doch nur rücksichtslos das Öl fördern und sich der Risiken für die Bevölkerung und Umwelt nicht bewusst sind oder diese Risiken bewusst herunter spielen. Zahlen muß ja jemand anderes.
In diesem Zusammenhang ist der Artikel aus der Zeit ganz lesenswert:
"Shell & Co bringen uns um"
Eine unrühmliche Rolle dabei spielt auch Shell und andere Öl-Multis, die sich nicht um die Bevölkerung kümmern und auf immer neue Art und Weise das Land ausbeuten. Dabei wird keine Rücksicht auf die Umwelt genommen. Lecks in Pipelines vergiften das Land und werden kaum repariert, so dass das Öl einfach so im Boden versichert.
Tragischerweise, kostete Saro-Wiwa sein Engagement letzten Endes sein Leben. Er wurde im November 1995 zusammen mit 8 weiteren Angeklagten in einem Schauprozess hingerichtet.
Dieses Buch dokumentiert den Zeitraum von Juni 1993 bis Mai 1994. Kurze Zeit später wurde er endgültig inhaftiert. Für sein Engagement erhielt er den Alternativen Nobelpreis 1994. Trotzdem ist er nicht so bekannt wie Gandhi oder Martin Luther King. Afrika ist eben doch sehr weit weg und die Brent Spar war halt wichtiger.
Schade, dass wir damals davon so wenig mitbekommen haben. Ich erinnere mich noch gut an die Geschichte von der Brent Spar (auch wenn ich noch ein Kind war), aber gerade Brent Spar hatte ja gezeigt, wie viel man gegen übermächtige Ölkonzerne erreichen kann.
Gerade aus diesem Grund kann ich das Buch sehr empfehlen. Auch im Hinblick auf die Katastrophe am Golf von Mexiko zeigt sich wieder einmal, dass die Konzerne doch nur rücksichtslos das Öl fördern und sich der Risiken für die Bevölkerung und Umwelt nicht bewusst sind oder diese Risiken bewusst herunter spielen. Zahlen muß ja jemand anderes.
In diesem Zusammenhang ist der Artikel aus der Zeit ganz lesenswert:
"Shell & Co bringen uns um"
Friday, 21. May 2010
Wolfgang Barth: "Datensicherung unter Linux"
Endlich mal wieder ein Sachbuch, nach längerer Zeit. Diesmal geht es um das profunde Thema Backups unter Linux und Unix. Das Thema ist ja eigentlich recht wichtig, dennoch wird das Thema leider viel zu oft vernachlässigt. Mit diesem Thema wendet sich Barth sowohl an Privatanwender, als auch an kleinere Unternehmen.
Der Author geht zunächst auf einige wichtige Konzepte und Begriffe ein, ehe es praktisch wird. So bespricht er ausführlich die Programme tar, cpio, pax, rsync und natürlich amanda, dem er ein komplettes Kapitel widmet. Der Beschreibung zufolge scheint amada ein ziemlich durchdachtes Konzept in Verbindung mit Magnetbändern zu sein. Damit habe ich leider überhaupt keine Erfahrung, wie ich auch sonst keine Erfahrung mit Magnetbändern habe. Ich bin halt nur interessierter Hobby-Admin.
Leider ist das Buch etwas Magnetband lastig, was für einen interessierten Heimanwender wohl eher eine ungewöhnliche Aussattung ist. Auch die lang gewälzten Erklärungen zu tar/cpio/mt/dd/ hätte er sich eigentlich sparen können, Manpages gehören schließlich zur Grundausstattung und es ist ja nicht so, dass sich die Optionen von diesen Programmen nich auch ändern können. Gnu Tar ist ja ein schönes Beispiel dafür.
Leider wird bacula in diesem Buch nicht erwähnt. Das hätte im Vergleich zu amanda da durchaus interessant werden können. Aber vielleicht war bacula damals (2004) noch nicht so verbreitet, wenn es das überhaupt schon gab.
Man merkt dem Buch halt leider auch an diversen Stellen sein Alter an. So würde ich vermuten, dass sich die Kapazitäten diverser Band-Laufwerke mittlerweile deutlich geändert haben (wenn es die diversen Typen überhaupt noch gibt, ein kurzer Blick in die Wikipedia ließ mich jedenfalls zweifeln, ob für alle dort vorgestellten Technologien noch Medien zu haben sind).
Ein bißchen hätte er ja auch noch auf die diversen Heimandwender Backup Projekte eingehen können, die gerade im OpenSource Umfeld verfügbar sind. Déja-dup, oder diverse Time-Machine Clones oder duplicity oder rdiff oder rsnapshot oder oder...
Trotzdem interessante Lektüre. Dabei fällt mir ein, ich sollte mir eindlich wieder eine externe Festplatte zur Datensicherung zulegen …
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