Geht es Euch auch so ? In regelmäßigen Abständen diskutiert man beim gemütlichen Zusammensitzen mit Familie oder Freunden, wie man der Umweltverschmutzung, der Globalisierung und der wirtschaftlichen Ungerechtigkeit zwischen Industrienationen und "Dritte Welt Ländern" Herr werden kann. Nach einigen "man müsste", "man sollte" und "man könnte", flacht dann oft das Thema ab - oft auch mit dem Ergebnis man könne ja eh kaum was gegen die Übermacht der Industriekonzerne bewirken bzw. das Verbesserungen nur mit empfindlichen Einschränkungen des Einzelnen möglich sind.
<sarakasmus>Also mach man eigentlich lieber gar nix - es gibt keine ideale Lösung, man hat ja wenigstens mal drüber diskutiert.</sarkasmus> Naja, ich denke das ist zu sarkastisch gesehen, viele wären schon dazu bereit etwas
für den positiven Fortbestand unseres Planeten zu tun, wenn sie denn wüssten wie man das erreichen könnte ohne zu empfindliche Einschnitte finanzieller bzw. komfortabler Art zu haben.
Eine Möglichkeit ist z.B. den Stromanbieter zu wechseln - das hat deutlich mehr ökologische Hebelwirkung als beispielsweise ein Auto zu kaufen das 2.5 Liter weniger Sprit auf hundert Kilometer benötigt. Klar, der heute produzierte Ökostrom reicht nicht um ganz Deutschland damit zu versorgen - aber wo ein Markt ist, da wird der Kapitalismus auch einen Weg finden diesen Markt zu bedienen. Wenn konventionellen Stromanbietern die Kunden reihenweise zu Ökostromanbietern weglaufen,
werden deren Marketingexperten ihrer Konzernspitze schnell empfehlen, bessere Ökostromangebote anzubieten bzw. an technischen Lösungen zu forschen die das ermöglichen.
Nichts fürchten Konzerne mehr, als das ihnen die Kunden weglaufen. Das nennt man strategisches Einkaufen - die Macht des Konsumenten nutzen um den Markt zu verändern. Auf die sinnvolle Regulation der Politik zu hoffen ist meiner Meinung kein besonders effizienter Weg - nicht umsonst sitzen so viele Politiker gut bezahlt in den Aufsichtsräten von Konzernen, kassieren sehr gut bezahlte Honorare für Beraterverträge oder sind gar selbst an diesen Unternehmen finanziell beteiligt. Sie haben einfach kein echtes Interesse daran, die Hand die sie füttert zu beißen :-) Darüber hinaus ist es bei vielen Themen sehr schwer, eine sinnvoll ausdifferenzierte Meinung zu bilden die auch wahlkampftauglich ist.
Inspiriert durch
Utopia, einer Web-Plattform für strategisches Einkaufen, habe ich heute morgen wieder den Stromanbieter gewechselt - nämlich von
Lichtblick zu
Greenpeace Energy. Betrachtet man die finanzielle Ersparnis gegenüber meinen alten Stromanbietern der ENBW bzw. Lichtblick - sieht man kaum signifikante Unterschiede, die ökologische Hebelwirkung ist bei Greenpeace Energy halt besser. Ein ökologischer Vergleich von Stromanbietern und anderen Produkten
findet ihr bei Utopia.
Die Ummeldung hat mich heute morgen ca. 10 Minuten gekostet - alte Stromrechung rauskramen, Daten in die Anmeldemaske hacken, fertig - wirklich kein echter Aufwand.