Letzte Woche, am 1.10 war es soweit. Wir haben uns Goethes "Faust" - inszeniert als Musical - auf dem Brocken angeschaut. Das ganze ist organisiert von den Harzer Schmalspurbahnen.
Los ging es am Sonntag um 17:40 in Wernigerode mit der Brockenbahn in Richtung Brocken. Ist die Fahrt mit dieser Bahn auch so schon ein Erlebnis, eine Dampflokomotive fährt durch den idyllischen Harz bis auf die Spitze des 1142m hohen Brockens, so war es diesmal ein ganz besonderes Ereignis. Der Mephisto-Express wurde extra dekoriert, das Zugpersonal war entsprechend geschminkt und unterwegs stießen stilecht Teufel und Hexen hinzu, erzählten schauerige Geschichten über Faust und die Umgebung und reichten einen echten Hexentrank.
So kam keine Langeweile auf und eine gute Stunde später, die Dämmerung brach gerade an, erreichten wir den Brocken. Nur kurze Zeit blieb zum Durchschnaufen, sowie um einen kleinen Snack oder ein Getränk zu sich zu nehmen, denn 19:00 Uhr began die Vorführung. Die Inszenierung war sehr gut, es wurden (angeblich) die Orginal Goethe-Texte vorgetragen in einer abwechslungsreichen Mischung aus Rocksongs und klassischem Theater.
Unterstüzt wurden die Schauspieler dabei von einer Live-Band, die die Songs (z.B. "Born To Be Wild") klasse vorspielten.
Der einzige Minuspunkt leider war der lokationsbedingt nicht sonderlich geeignete Goethe-Saal als Bühne und Auditorium. Es war deutlich zu sehen, dass dieser Saal normalerweise als Speisesaal des Brockenhotels dient. Die Bühne war dementsprechend nicht großartig erhöht und knapp 20 Stuhlreihen hintereinander sorgten beim Publikum auf den hinteren Plätzen für verzweifeltes Hälserecken. Auch wir hatten das harte Los einen hinteren Sitzplatz zu bekommen. Dies war um so ärgerlicher, weil alle Plätze das gleiche kosten und (anscheinend) keine Möglichkeit besteht beim Kauf entsprechende Sitze vorne zu revervieren. Nach welchen Kriterien die Sitzwahl vonstatten ging, war für uns nicht ersichtlich.
Nach einer Stunde wurde eine Pause von ca: 15 Minuten gemacht, während der man eine warme Mahlzeit bekam. Kurze Zeit später ging das Stück weiter. Trotz der schlechten Sitzposition war die Stimmung ziemlich gut und nach einer weiteren Stunde der Faust I vorbei. Es gab natürlich stehende Ovationen und Zugaben von den Schauspielern. Danach ging es zurück zur Brockenbahn durch den nun herrschenden kalten Herbstwind und Regen, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch; im Gegenteil es passte wunderbar in die Szenerie mit Faust, Mephisto und den Hexen auf dem Brocken, die vorher noch im Auditorium vorgespielt wurde. Nun erlebten wir genau diese Szene mit Hexen, Teufel, einem eisigen Wind und fast völliger Dunkelheit.
Mit der Brockenbahn fuhren wir dann nochmals eine gute Stunde zurück nach Wernigerode von wo wir mit dem Auto nach Hause fuhren.
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Monday, 9. October 2006
Goethes Faust - Rockoper
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