Unglaublich. Wegen der aktuellen Witterungslage, gibt es kein Streusalz mehr. In ganz Thale ist das ausverkauft. Und selbst wenn eine einzelne Palette geliefert wird, ist die Ware innerhalb kürzester Zeit wieder verkauft. Angeblich ist selbst normales Speisesalz knapp, weil die Leute mittlerweile das kaufen und zum Streuen benutzen.
Ich habe leider auch noch kein Streusalz erhalten....
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Tuesday, 5. January 2010
so viel Schnee
Wednesday, 23. September 2009
"Frag Deinen Bundestagskandidaten" - Fazit
So, heute ist Mittwoch, der 23.09. Kurz vor Ende der Frist bekam ich noch die Antworten der Linkspartei und der FDP. Die Antworten der SPD und der Grünen erhielt ich ja bereits am Sonntag bzw. Montag.
Kurzzeitig habe ich ja gedacht, alle Mails würden versanden und die Aktion wäre ein Reinfall, aber das war sie ja nun doch nicht. Lediglich das Schweigen der CDU hatte ich befürchtet. Scheint so, als haben es die Konservativen nicht so mit neumodischem Kram.
Im Großen und Ganzen hat das viel Spaß gemacht. Ich weiß jetzt schon, wen ich nicht wählen werde, was keine große Überraschung ist. Aber ich weiß noch nicht, wen ich wählen werde. Ich schwanke da zwischen 2 Parteien. Aufgrund der Antworten hat sich meine ursprüngliche Präferenz zwischen diesen 2 Parteien aber ziemlich genau gedreht.
Ansonsten kann ich noch den Wahl-O-Mat, Abgeordnetenwatch und Wen Wählen? empfehlen, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Kurzzeitig habe ich ja gedacht, alle Mails würden versanden und die Aktion wäre ein Reinfall, aber das war sie ja nun doch nicht. Lediglich das Schweigen der CDU hatte ich befürchtet. Scheint so, als haben es die Konservativen nicht so mit neumodischem Kram.
Im Großen und Ganzen hat das viel Spaß gemacht. Ich weiß jetzt schon, wen ich nicht wählen werde, was keine große Überraschung ist. Aber ich weiß noch nicht, wen ich wählen werde. Ich schwanke da zwischen 2 Parteien. Aufgrund der Antworten hat sich meine ursprüngliche Präferenz zwischen diesen 2 Parteien aber ziemlich genau gedreht.
Ansonsten kann ich noch den Wahl-O-Mat, Abgeordnetenwatch und Wen Wählen? empfehlen, um sich einen Überblick zu verschaffen.
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"Frag Deinen Bundestagskandidaten" - Es antwortet Herr Wolfgang Döcke, FDP
"Frag Deinen Bundestagskandidaten" - Es antwortet Herr Wolfgang Döcke, FDP
und kurz nach Frau Reinke, traf auch noch die Antwort der FDP ein.
1)
Antwort: Die Atomenergie ist zweifelsohne mit Risiken behaftet. Diese sehe ich jedoch mehr in der Frage der Endlagerung der Abfälle. Hier ist deutschlandweit nach einer möglichst sicheren Lagerstätte zu suchen. Da können sich auch die süddeutschen Bundesländer nicht ausklammern nach dem Motto „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“.
Was die Laufzeit der AKW anbelangt bin ich der Meinung, dass man zunächst für einen Zeitraum von 10 Jahren, neue Technologien verstärkt fördert (insbesondere auch Technologien zur Speicherung von Strom) und dann neue Betrachtungen darüber anstellt, ob die Nutzung der Atomenergie noch von Nöten ist. Ein Alleingang Deutschlands wird das Problem aber nicht lösen. Sinn und Zweck eines Ausstieges kann nicht sein, dass wir künftig Atomstrom aus Frankreich oder Skandinavien beziehen.
2)
Zunächst sei einmal festgestellt, dass es sich um eine Krise handelt, die von der Finanzwirtschaft ausgeht und Sie ist keineswegs beendet. Das Konjunkturpaket 2 es ermöglicht, in die teilweise maroden Schulen zu Investieren. Schlimm dass es dazu einer Krise bedurfte. Die s.g. Abwrackprämie war ökonomisch und ökologisch eine totale Fehlleistung, mit deren Folge die nächste Bundesregierung befasst sein wird. Durch die sinkende Nachfrage in der nächsten Zeit, wird es Entlassungen und Insolvenzen in der Branche kommen. Eine Chance aus der Krise sehe ich in einem hoffentlich einsetzenden Lernprozess, was man den Banken erlauben kann und was nicht.
Zur Frage der Erhöhung von Steuern und Schuldenabbau vertrete ich strikt die FDP-Meinung. Die Steuern sollen Runter (z.B. bei Familien ein Eingangssteuersatz erst ab 40.000€). Solche Maßnahmen kurbeln die Nachfrage an und bringen dann logischerweise auch höhere Steuereinnahmen.
3)
Ich lehne die Sperrung von Webseiten, mittels vom Bundeskriminalamt geführter verpflichtender Sperrlisten ab, da diese Maßnahme nicht geeignet ist, um effektiv die Verbreitung von Kinderpornographie und insbesondere vorangegangenen Missbrauchs von Kindern zu verhindern. Sperrungen von Websites bergen stets die Gefahr von Eingriffen in grundrechtlich geschützte Positionen, wenn versehentlich legale Websites gesperrt werden. Die Erfahrung mit derartigen Sperrungen in anderen Ländern hat gezeigt, dass dies regelmäßig vorkommt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und darf dies auch nicht sein. Aber jede staatliche Maßnahme, die ins Internet eingreift, muss sich an rechtsstaatlichen Maßstäben messen lassen. Die Erfolge der Ermittlungsbehörden in Bund und Ländern in diesem Bereich müssen fortgesetzt werden, insbesondere ist dafür Sorge zu tragen, dass bei Polizei und Staatsanwaltschaften ausreichende personelle und sächliche Mittel zur Verfügung stehen. Gerade die IT-Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden muss verbessert werden. Eine Kultur des Wegschauens darf es nicht geben.
Übrigens, wo die FDP in Regierungsverantwortung gekommen ist, wie in NRW und Niedersachsen, wurde personellen Defiziten bei der Polizei entgegen gewirkt.
Alleinerziehende dürfen steuerlich gegenüber Familien ohne Kinder nicht mehr benachteiligt werden! Für uns steht das Kind im Mittelpunkt. Deshalb ist es sinnvoller, für jedes einzelne Kind Bildungs- und Betreuungsgutscheine einzuführen und damit die Subjektförderung zu stärken, statt Einrichtungen zu unterstützen (Objektförderung). Darüber hinaus setzt sich die FDP für einen Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Kinderbetreuungsplatz ab Vollendung des ersten Lebensjahres eines Kindes ab 2013 ein.
4)
Hierzu verweise ich im Wesentlichen auf meine Antwort zur Frage 3. Die FDP wird immer als „Steuerpartei“ gescholten. Wer sich aber unvoreingenommen mit der Politik der FDP seid Ihres Bestehens beschäftigt wird feststellen, dass die Wahrung der Grund- und Bürgerrechte stets ein Schwerpunkt war und ist. U.A. deswegen bin ich Mitglied der FDP geworden.
5)
Es ist kein Geheimnis, dass die Harzregion große strukturelle Probleme hat. Ein Wirtschaftszweig hat aber aktuell große Chancen, nämlich der Tourismus. Durch meine Arbeit im Stadtrat Quedlinburg weiß ich aber auch um die Probleme. Als eine vordringliche Aufgabe sehe ich die Vernetzung und gemeinsame touristische Vermarktung der Region. Hier werde ich alle Initiativen unterstützen, die diesen Missstand beseitigen sollen.
Weiter stelle ich mir vor, dass man durch die Arbeit im Bundestag sehr viele neue Kontakte knüpfen kann. Diese werde ich nutzen um potentielle Investoren für den Harz zu interessieren und zu begeistern. Dabei sollte auch die Kontaktvermittlung zur einheimischen Industrie eine Rolle spielen.
Der Bereich Aschersleben – Quedlinburg bildet das Zentrum der Züchtungsforschung in Deutschland. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die bisherigen grundgesetzwidrigen Einschränkungen auf dem Gebiet der Grünen Gentechnologie ein Ende haben.
Vielen Dank Herr Döcke.
Tja, so kurz die FDP, die schwafeln nicht, sondern bringen es auf den Punkt.
Antwort 1: Ja, die Endlagerung ist durchaus ein Risiko. Aber die laufenden AKWs sind es auch. Wer kann denn garantieren, dass nicht nochmal ein GAU passieren wird? Und Krümmel ist ja wohl der beste Beweis, dass unsere sicheren AKWs weder hinreichend sicher noch kontrollierbar sind.
Antwort 2 war ja so auch zu erwarten. Steuern runter klingt ja gut, aber ist das auch realistisch nach den Milliardenausgaben der beiden Konjunkturpakete?
In Antwort 3 find ich es ja seltsam, dass zwar einerseits keine Objektförderung geben soll, aber andererseits ein Kinderbetreungsplatz ab 2013 gefordert wird. Sollen die Kitas selber sehen, wie sie die nötigen Investitionen tätigen, oder wie? Die ablehnende Haltung zu den Internetsperren hab ich auch fast erwartet.
Sehr kurze und knappe Antwort 4. Ich möchte ja gern glauben, dass die FDP die Bürgerrechtspartei ist, allein mir fehlt das Vertrauen. Seit dem Rücktritt von Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als Justizministerin habe ich eher das Gefühl, dass man es mit den Bürgerrechten in der FDP nicht mehr so wichtig nimmt. Aktuelles Beispiel: Im Koalitionsvertrag zur Bildung der Landesregierung in Sachsen macht die FDP schonmal klar, was davon zu halten ist: Der Stellenabbau der Polizei wird fortgesetzt, Videoüberwachung ausgedehnt, stärkere Überwachung der Internettelefonie. (Koalitionsvertrag (Entwurf, pdf-Dokument))
Zu Antwort 5, tja, was soll man dazu sagen: Förderung des Tourismus geht ja prinzipiell erstmal in Ordnung, aber die Förderung der Grünen Gentechnik?
Ich finde ja, der Begriff Grüne Gentechnik ist schon ein Euphemismus. Wollt ihr das wirklich? Was ist mit den Risiken genmanipulierter Pflanzen für die Umwelt, die Tierwelt, für Euch? Noch mehr Genzeug auf den Feldern? Inklusive den ganzen Problemen, die damit einher kommen, wie zum Beispiel Patente auf genmanipulierte Samen? Denn man muß wissen, wenn man solche Produkte einsetzt, muß man jedes Jahr neue Lizenzen für Saatgut kaufen. Einfach von der eigenen Ernte Saatgut zu nutzen ist nicht mehr. Googelt mal nach Monsanto, die haben da die Marktmacht in den USA und sind wohl mittlerweile weltgrößter Anbieter von (genetisch verändertem?) Saatgut. Und dann weiß man auch wo da der Weg hinführt. hier oder hier die Studie von Greenpeace (.pdf) Was bin ich froh, dass der Anbau von Genmais der Firma im Frühjahr verboten wurde. Aber das ist eigentlich eine Sache für einen eigenen Blogbeitrag.
Herr Döcke nutzt in seiner E-Mail im Übrigen die Gelegenheit und lädt mich auch gleich zur Wahlparty der FDP ein. Yeah! Wenn ich meine Familie nicht so selten sehen würde, wäre ich glatt dabei. Hey, eigentlich kann ich Sie gleich mitnehmen und mir das mit dem Genzeug noch mal erklären lassen.
und kurz nach Frau Reinke, traf auch noch die Antwort der FDP ein.
QUOTE:
1)
Antwort: Die Atomenergie ist zweifelsohne mit Risiken behaftet. Diese sehe ich jedoch mehr in der Frage der Endlagerung der Abfälle. Hier ist deutschlandweit nach einer möglichst sicheren Lagerstätte zu suchen. Da können sich auch die süddeutschen Bundesländer nicht ausklammern nach dem Motto „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“.
Was die Laufzeit der AKW anbelangt bin ich der Meinung, dass man zunächst für einen Zeitraum von 10 Jahren, neue Technologien verstärkt fördert (insbesondere auch Technologien zur Speicherung von Strom) und dann neue Betrachtungen darüber anstellt, ob die Nutzung der Atomenergie noch von Nöten ist. Ein Alleingang Deutschlands wird das Problem aber nicht lösen. Sinn und Zweck eines Ausstieges kann nicht sein, dass wir künftig Atomstrom aus Frankreich oder Skandinavien beziehen.
2)
Zunächst sei einmal festgestellt, dass es sich um eine Krise handelt, die von der Finanzwirtschaft ausgeht und Sie ist keineswegs beendet. Das Konjunkturpaket 2 es ermöglicht, in die teilweise maroden Schulen zu Investieren. Schlimm dass es dazu einer Krise bedurfte. Die s.g. Abwrackprämie war ökonomisch und ökologisch eine totale Fehlleistung, mit deren Folge die nächste Bundesregierung befasst sein wird. Durch die sinkende Nachfrage in der nächsten Zeit, wird es Entlassungen und Insolvenzen in der Branche kommen. Eine Chance aus der Krise sehe ich in einem hoffentlich einsetzenden Lernprozess, was man den Banken erlauben kann und was nicht.
Zur Frage der Erhöhung von Steuern und Schuldenabbau vertrete ich strikt die FDP-Meinung. Die Steuern sollen Runter (z.B. bei Familien ein Eingangssteuersatz erst ab 40.000€). Solche Maßnahmen kurbeln die Nachfrage an und bringen dann logischerweise auch höhere Steuereinnahmen.
3)
Ich lehne die Sperrung von Webseiten, mittels vom Bundeskriminalamt geführter verpflichtender Sperrlisten ab, da diese Maßnahme nicht geeignet ist, um effektiv die Verbreitung von Kinderpornographie und insbesondere vorangegangenen Missbrauchs von Kindern zu verhindern. Sperrungen von Websites bergen stets die Gefahr von Eingriffen in grundrechtlich geschützte Positionen, wenn versehentlich legale Websites gesperrt werden. Die Erfahrung mit derartigen Sperrungen in anderen Ländern hat gezeigt, dass dies regelmäßig vorkommt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und darf dies auch nicht sein. Aber jede staatliche Maßnahme, die ins Internet eingreift, muss sich an rechtsstaatlichen Maßstäben messen lassen. Die Erfolge der Ermittlungsbehörden in Bund und Ländern in diesem Bereich müssen fortgesetzt werden, insbesondere ist dafür Sorge zu tragen, dass bei Polizei und Staatsanwaltschaften ausreichende personelle und sächliche Mittel zur Verfügung stehen. Gerade die IT-Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden muss verbessert werden. Eine Kultur des Wegschauens darf es nicht geben.
Übrigens, wo die FDP in Regierungsverantwortung gekommen ist, wie in NRW und Niedersachsen, wurde personellen Defiziten bei der Polizei entgegen gewirkt.
Alleinerziehende dürfen steuerlich gegenüber Familien ohne Kinder nicht mehr benachteiligt werden! Für uns steht das Kind im Mittelpunkt. Deshalb ist es sinnvoller, für jedes einzelne Kind Bildungs- und Betreuungsgutscheine einzuführen und damit die Subjektförderung zu stärken, statt Einrichtungen zu unterstützen (Objektförderung). Darüber hinaus setzt sich die FDP für einen Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Kinderbetreuungsplatz ab Vollendung des ersten Lebensjahres eines Kindes ab 2013 ein.
4)
Hierzu verweise ich im Wesentlichen auf meine Antwort zur Frage 3. Die FDP wird immer als „Steuerpartei“ gescholten. Wer sich aber unvoreingenommen mit der Politik der FDP seid Ihres Bestehens beschäftigt wird feststellen, dass die Wahrung der Grund- und Bürgerrechte stets ein Schwerpunkt war und ist. U.A. deswegen bin ich Mitglied der FDP geworden.
5)
Es ist kein Geheimnis, dass die Harzregion große strukturelle Probleme hat. Ein Wirtschaftszweig hat aber aktuell große Chancen, nämlich der Tourismus. Durch meine Arbeit im Stadtrat Quedlinburg weiß ich aber auch um die Probleme. Als eine vordringliche Aufgabe sehe ich die Vernetzung und gemeinsame touristische Vermarktung der Region. Hier werde ich alle Initiativen unterstützen, die diesen Missstand beseitigen sollen.
Weiter stelle ich mir vor, dass man durch die Arbeit im Bundestag sehr viele neue Kontakte knüpfen kann. Diese werde ich nutzen um potentielle Investoren für den Harz zu interessieren und zu begeistern. Dabei sollte auch die Kontaktvermittlung zur einheimischen Industrie eine Rolle spielen.
Der Bereich Aschersleben – Quedlinburg bildet das Zentrum der Züchtungsforschung in Deutschland. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die bisherigen grundgesetzwidrigen Einschränkungen auf dem Gebiet der Grünen Gentechnologie ein Ende haben.
Vielen Dank Herr Döcke.
Tja, so kurz die FDP, die schwafeln nicht, sondern bringen es auf den Punkt.
Antwort 1: Ja, die Endlagerung ist durchaus ein Risiko. Aber die laufenden AKWs sind es auch. Wer kann denn garantieren, dass nicht nochmal ein GAU passieren wird? Und Krümmel ist ja wohl der beste Beweis, dass unsere sicheren AKWs weder hinreichend sicher noch kontrollierbar sind.
Antwort 2 war ja so auch zu erwarten. Steuern runter klingt ja gut, aber ist das auch realistisch nach den Milliardenausgaben der beiden Konjunkturpakete?
In Antwort 3 find ich es ja seltsam, dass zwar einerseits keine Objektförderung geben soll, aber andererseits ein Kinderbetreungsplatz ab 2013 gefordert wird. Sollen die Kitas selber sehen, wie sie die nötigen Investitionen tätigen, oder wie? Die ablehnende Haltung zu den Internetsperren hab ich auch fast erwartet.
Sehr kurze und knappe Antwort 4. Ich möchte ja gern glauben, dass die FDP die Bürgerrechtspartei ist, allein mir fehlt das Vertrauen. Seit dem Rücktritt von Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als Justizministerin habe ich eher das Gefühl, dass man es mit den Bürgerrechten in der FDP nicht mehr so wichtig nimmt. Aktuelles Beispiel: Im Koalitionsvertrag zur Bildung der Landesregierung in Sachsen macht die FDP schonmal klar, was davon zu halten ist: Der Stellenabbau der Polizei wird fortgesetzt, Videoüberwachung ausgedehnt, stärkere Überwachung der Internettelefonie. (Koalitionsvertrag (Entwurf, pdf-Dokument))
Zu Antwort 5, tja, was soll man dazu sagen: Förderung des Tourismus geht ja prinzipiell erstmal in Ordnung, aber die Förderung der Grünen Gentechnik?
Ich finde ja, der Begriff Grüne Gentechnik ist schon ein Euphemismus. Wollt ihr das wirklich? Was ist mit den Risiken genmanipulierter Pflanzen für die Umwelt, die Tierwelt, für Euch? Noch mehr Genzeug auf den Feldern? Inklusive den ganzen Problemen, die damit einher kommen, wie zum Beispiel Patente auf genmanipulierte Samen? Denn man muß wissen, wenn man solche Produkte einsetzt, muß man jedes Jahr neue Lizenzen für Saatgut kaufen. Einfach von der eigenen Ernte Saatgut zu nutzen ist nicht mehr. Googelt mal nach Monsanto, die haben da die Marktmacht in den USA und sind wohl mittlerweile weltgrößter Anbieter von (genetisch verändertem?) Saatgut. Und dann weiß man auch wo da der Weg hinführt. hier oder hier die Studie von Greenpeace (.pdf) Was bin ich froh, dass der Anbau von Genmais der Firma im Frühjahr verboten wurde. Aber das ist eigentlich eine Sache für einen eigenen Blogbeitrag.
Herr Döcke nutzt in seiner E-Mail im Übrigen die Gelegenheit und lädt mich auch gleich zur Wahlparty der FDP ein. Yeah! Wenn ich meine Familie nicht so selten sehen würde, wäre ich glatt dabei. Hey, eigentlich kann ich Sie gleich mitnehmen und mir das mit dem Genzeug noch mal erklären lassen.
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"Frag Deinen Bundestagskandidaten" - Es antwortet Frau Elke Reinke, Linkspartei
Heute flatterten noch 2 Antworten rein. Zunächst kam die Antwort von Frau Elke Reinke, Linkspartei (Achtung, das wird lang!):
1)
Der Betrieb von Atomanlagen birgt unverantwortlich hohe Risiken; eine sichere Endlagerung von Atommüll für eine Million Jahre und mehr ist nicht zu gewährleisten. Das Fiasko in den Atommülllagern Asse und Morsleben zeigt, wie fahrlässig die bisherige Praxis ist. DIE LINKE fordert darum die unverzügliche und unumkehrbare Stilllegung aller Atomanlagen sowie ein Verbot für den Export von Atomtechnik. Atommülltransporte müssen bis zu einer verlässlichen Lösung der Endlagerung ausgesetzt werden.
Eine konsequente Energiewende hin zu erneuerbaren Energien ist eine zentrale Investition in ein ökologisches und friedliches 21. Jahrhundert. Im Kampf gegen den Klimawandel müssen die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 halbiert und bis Mitte des Jahrhunderts um mindestens 90 Prozent gesenkt werden. Wer heute auf regenerative Energien setzt und das Wissen für eine nachhaltige Energieversorgung mit Schwellen- und Entwicklungsländern teilt, wird sich morgen nicht an Ressourcenkriegen um Öl und Gas beteiligen.
Als Etappenziel fordert DIE LINKE für 2020: Im Strombereich soll der Anteil erneuerbarer Energien mindestens die Hälfte, im Wärme- und Kältesektor ein Viertel betragen. Besonders wichtig ist dabei die dezentrale Energieversorgung in öffentlicher Hand: Wir wollen die Energiekonzerne in öffentliches Eigentum überführen und einer demokratischen Kontrolle unterstellen. Das Energiekartell muss entflochten, die Energieversorgung weitgehend rekommunalisiert, die Energiemonopole müssen schrittweise aufgelöst werden.
Eine zentrale Aufgabe für die Zukunft wird sein, sich auf den bereits in Gang gesetzten Klimawandel einzustellen. Alle Planungsmaßnahmen zu Raumordnung, Stadtentwicklung, Verkehr, Küstenschutz und Landschaftspflege müssen sowohl Aspekte des Klimaschutzes als auch der Anpassung an den Klimawandel berücksichtigen.
Die Energiewende kann nur gelingen, wenn gleichzeitig die Energieeffizienz deutlich erhöht und im großen Maßstab Energie eingespart wird. Wir brauchen eine ökologisch-technische Effizienzrevolution, eingebettet in alternative Lebensstile. Mittelfristig muss in Deutschland der komplette Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen: Eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energien ohne Atomkraft und ein mittelfristiger Ausstieg aus der Kohleverstromung sind möglich. Wir wollen sie konsequent betreiben. Wir lehnen daher die Planung und den Bau neuer Kohlekraftwerke ab – ebenso wie die von der Energiewirtschaft propagierte Scheinlösung der Verpressung von Kohlendioxid in den Untergrund. Der notwenige Wandel in den bisher vom Bergbau geprägten Regionen soll ökologisch und sozial ausgewogen gestaltet werden.
Der EU-Emissionshandel als zentrales Klimaschutzinstrument der EU hat bislang versagt. Er hat zu jährlichen Mitnahmegewinnen der Stromkonzerne in Milliardenhöhe geführt und nicht zum Klimaschutz beigetragen. In Zukunft müssen Kraftwerke und Unternehmen drastisch verschärfte Vorgaben für den Klimagasausstoß erhalten. Der rot-grüne Atomkonsens von 2000 ist Nonsens, denn die garantierten Restlaufzeiten dienen zuallererst den Profitinteressen der Atomindustrie.
Weitere / Detailliertere Forderungen:
- das Erneuerbare-Energien-Gesetz noch wirksamer ausgestalten; Wärme aus erneuerbarer Energie und Kraft-Wärme-Kopplung vorantreiben; Einführung eines Energiesparfonds mit dem Fokus auf Förderprogramme für einkommensschwache Haushalte; strengere ordnungsrechtliche Standards für den Energieverbrauch von Büro- und Haushaltsgeräten, u. a. ein Verbot sogenannter Stand-by-Schaltungen mit einem Verbrauch von über 1 Watt; »Top-Runner«-Programme für Elektrogeräte, in denen alle drei Jahren das energie- und ressourcensparendste Gerät als gesetzlicher Mindeststandard festgeschrieben wird; energetische Sanierung des Gebäudebestandes und Klimaneutralität von Neubauten; bundesrechtliche Vorgaben für eine ökologische Bauleitplanung; die Endlagerstandorte Gorleben und Schacht Konrad aufgeben; neue Standorte, transparent und gerichtlich nachprüfbar, auf Kosten der Atomindustrie suchen; unverzüglicher und unumkehrbarer Ausstieg aus der Atomwirtschaft; Vergesellschaftung der Strom- und Gasnetze; Rekommunalisierung zentraler Teile der Energieversorgung; Sozialtarife verbindlich einführen, Versorgung mit Strom und Heizenergie für alle garantieren; Besteuerung der Extraprofite der Energiekonzerne aus dem Emissionshandel; Wiedereinführung der Strom- und Gaspreisaufsicht durch die Länder und Schaffung von Verbraucherbeiräten in der Preisaufsicht; Versteigerung statt kostenloser Vergabe von Emissionszertifikaten; Versteigerungserlöse für den Klimaschutz und zur sozialen Abfederung der Energiewende einsetzen; schrittweise schärfere CO2-Vorgaben für Industrie und Individualverkehr machen; keine Agroenergie-Importe aus dem Nicht-EU-Ausland und Fokus bei der Biomassenutzung auf der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme.
2)
Der Kapitalismus hat die Welt in die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren getrieben. Handel und Wirtschaft brechen weltweit ein. Es trifft überall die Ärmsten der Armen. Die gegenwärtige Krise ist mehr als eine Konjunkturkrise. Vieles kommt zusammen, was sich in den vergangenen Jahrzehnten hinter grenzenloser Profitsucht angestaut hatte: Kernschmelze auf den Finanzmärkten, eine tiefe globale Rezession, fortschreitende Umweltzerstörung, Klimawandel und Energiekrise sowie wachsende soziale Polarisierung. Die Krise wird nicht in wenigen Monaten vorbei sein. Die entscheidende Frage ist längst nicht mehr, ob die öffentliche Hand sich wirtschaftlich engagiert, sondern in wessen Interesse, mit welchen Zielen und auf wessen Kosten dies geschieht. Die aktuelle Krise ist die Krise einer Wirtschaftsordnung, die allein für den Profit produziert. Gerade in den letzten zehn Jahren haben sich die Regierungen in den Dienst des Kapitals gestellt. Mit der Agenda 2010 wurde das Lohndumping auf die Spitze getrieben. Zum ersten Mal seit 1945 wurden Löhne in einem Konjunkturaufschwung gesenkt! Dies ist nicht nur sozial hochgradig ungerecht, darüber hinaus begann durch die Schwächung der Binnennachfrage die Wirtschaftskrise bereits im Frühjahr 2008. Das Lohndumping, die damit verbundene Umverteilung, ja, die Enteignung der Menschen in Deutschland und weltweit sind schließlich dafür verantwortlich, dass die Finanzmärkte aufgepumpt wurden. Mit unserem Geld haben die Zocker im Casino ihr Unwesen getrieben. Ein Finanzsystem, das auf der Jagd nach Maximalrenditen Billionen in spekulative Schneeballsysteme versenkt, statt reale Investitionen zu finanzieren, erklärt sich selbst historisch für bankrott.
Im Herbst und Winter werden die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt in voller Konsequenz durchschlagen. Erst dann wird sich zeigen, unter welch massiven finanziellen Druck die Sozialsysteme geraten werden.
Wer die aktuelle Krise bekämpfen will, muss mit Sofortmaßnahmen beginnen, die
- mit einem Zukunftsfonds Arbeitsplätze sichern und mit einem öffentlichen Investitionsprogramm neue Arbeitsplätze schaffen: mit Investitionen von 100 Milliarden Euro pro Jahr in Bildung, Gesundheit, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr die Krise bekämpfen
- die sozialen Sicherungssysteme wieder befestigen und das öffentliche Eigentum stärken,
- eine Millionärssteuer einführen, kleine und mittlere Einkommen müssen entlastet werden; auf sie dürfen keine höheren Steuern entfallen;
- die Banken vergesellschaften und staatliche Hilfen nur im Tausch gegen entsprechende Eigentumsanteile und Entscheidungsrechte der öffentlichen Hand und Belegschaften vergeben.
DIE LINKE steht für einen Neuanfang. Die Interessen der Beschäftigten und der großen Mehrheit der Gesellschaft sind in einer anderen Wirtschaftsordnung grundsätzlich besser aufgehoben einer Wirtschaftsordnung, die den Kapitalismus schrittweise überwindet, die in Kernbereichen der Wirtschaft auf öffentlichem und Belegschaftseigentum aufbaut und die Marktsteuerung von Produktion und Verteilung in die soziale und politische Verantwortung demokratischer Institutionen einbindet.
Wer in der Krise die Gelegenheit versäumt, die Spielregeln grundlegend zu ändern, bereitet durch Unterlassung die nächste Krise vor. Er handelt verantwortungslos gegenüber den Mehrheitsinteressen: Arbeit, Einkommen, Wohlstand, Sicherheit, Gesundheit, Bildung, Kultur in einer gut organisierten Gesellschaft, die in demokratischer Gleichheit aller über ihre öffentlichen Angelegenheit entscheidet, statt von Banken- und Konzernmacht erpresst zu werden.
DIE LINKE steht für soziale Gerechtigkeit, für den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, für die Interessen der Lohnabhängigen und für die gleichberechtigte Teilhabe der vom Kapitalismus Ausgegrenzten und Ausgemusterten.
3)
DIE LINKE steht für die Schaffung einer demokratischen Medienordnung, die die digitale Wissensverarbeitung wieder öffentlicher Regulierung unterstellt. Es geht um nicht weniger, als die Programm und Inhaltsvielfalt zu schützen, die Freiheit im Internet zu erhalten und auszubauen sowie die menschliche Kreativität gegen fortschreitende Kommerzialisierung zu verteidigen.
Daher unsere eindeutige Forderung: Freiheit im Netz erhalten und ausbauen; Internetsperren verhindern; Netzneutralität technologisch zeitgemäß bewahren.
DIE LINKE setzt sich für eine emanzipatorische und sozial gerechte Familienpolitik ein. Alle Bürgerinnen und Bürger – gleich welchen Alters – müssen ein Leben in Würde führen und sich optimal entwickeln können. Insbesondere die Rechte der Kinder auf volle Entfaltung ihrer Persönlichkeit müssen ausgebaut werden. Familienpolitik und die Gleichstellung von Frauen und Männern müssen Hand in Hand gehen, Erwerbs- und Familienarbeit gerecht zwischen den Geschlechtern verteilt werden.
DIE LINKE fordert:
- gebührenfreie, qualitativ hochwertige öffentliche Kinderbetreuung flächendeckend garantieren: Rechtsanspruch auf einen gebührenfreien Ganztagsbetreuungsplatz für jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr einführen; Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen flexibel gestalten;
- Elterngeld zu einem sozial ausgestalteten: Elterngeldkonto weiterentwickeln: für Väter und Mütter einen nicht übertragbaren gleichen Anspruch auf jeweils zwölf, für Alleinerziehende auf 24 Monate schaffen; Inanspruchnahme in Teilabschnitten von mindestens zwei Monaten bis zur Vollendung des siebten Lebensjahres des Kindes ermöglichen;
- höherer Regelsatz für Kinder und Jugendliche, die Leistungen nach Hartz IV beziehen: den Regelsatz sofort deutlich anheben; jungen Erwachsenen ab dem 18. Lebensjahr einen Anspruch auf eine eigene Haushaltsführung außerhalb des Elternhauses verschaffen; einen eigenständigen Mindestsicherungsanspruch für Kinder unter Berücksichtigung von eigenem Einkommen und Unterhaltsansprüchen einführen;
- Kinderarmut dauerhaft verhindern: den bedarfsorientierten Kinderzuschlag und das Kindergeld sofort auf je 200 Euro erhöhen; beide Leistungen zu einer bedarfsorientierten Kindergrundsicherung zusammenführen und ausbauen; familienpolitische Leistungen für alle in Deutschland lebenden Kinder und Familien unabhängig von Staatsbürgerschaft und Aufenthaltsstatus auszahlen;
- finanzielle Situation von Alleinerziehenden erleichtern: Unterhaltsvorschussleistungen nicht beim Wohngeld anrechnen; die volle Anrechnung des Kindergeldes rückgängig machen und die zeitlichen Beschränkungen bei der Bezugsberechtigung abschaffen;
- Ehegattensplitting abschaffen: individuelle Besteuerung einführen; tatsächliche Betreuungs- und Pflegeleistungen sowie das Zusammenleben mit Kindern steuerlich fördern;
- alle Familienformen gleichstellen: Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare einführen.
4)
DIE LINKE will die BürgerInnenrechte schützen!
Terrorismus, organisierte Kriminalität und Gewaltverbrechen sind ernste Bedrohungen für das friedliche Zusammenleben. Sie schaffen ein Klima der Angst, fördern Misstrauen und lähmen gesellschaftliche Aktivität. Sie müssen wirkungsvoll verfolgt und bestraft werden. Polizei und Justiz müssen gut ausgebildet und modern ausgerüstet sein. Für die erfolgreiche Bekämpfung von Kriminalität reichen die bestehenden Gesetze aus!
Die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität verfehlt ihr Ziel, wenn sie sich im Namen der »Inneren Sicherheit« über Verfassungsgrundsätze und BürgerInnenrechte hinwegsetzt. »Innere Sicherheit« auf Kosten von Rechtsstaatlichkeit, Verhältnismäßigkeit und Freiheitsrechten ist kein Erfolg, auf den eine Demokratie stolz sein kann. Wenn dem Staat als oberstem Schutzherrn der Bürgerrechte die Vorratsdatenspeicherung oder die Online- Durchsuchung recht sind, dann ist offenbar bestimmten Unternehmen wie Lidl, Telekom oder Deutsche Bahn die Überwachung des Personals billig. Der Wert von Grund- und Bürgerrechten bemisst sich aber gerade daran, was sie im Alltag wert sind. Die Trennung von Militär und Polizei, von geheimdienstlicher und polizeilicher Tätigkeit ist für uns unaufgebbare Grundregel eines demokratischen Staatsaufbaus. Diese Trennung ist ebenso eine Lehre aus unserer Geschichte wie die Ablehnung einer zentralisierten Sicherheitsbehörde und des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren für polizeiliche Aufgaben.
DIE LINKE fordert:
- Polizei und Geheimdienste scharf trennen: wachsende Geheimbereiche der Polizei und unkontrollierbare Kooperationsgremien einschränken und auflösen; Ausbau des Bundeskriminalamtes zu einer zentralisierten Polizei stoppen; perspektivisch alle Geheimdienste abschaffen, bis dahin die demokratische Kontrolle stärken;
- individuelle Kennzeichnungspflicht für uniformierte Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei einführen;
- Datenschutz und Datenschutzrecht modernisieren: Großprojekte, von Gesundheitskarte über biometrische Ausweise bis zu elektronischen Identitätskarten und einheitlicher Steuernummer, überprüfen und nach strengen datenschutzrechtlichen Kriterien korrigieren; wirksamen Arbeitnehmerdatenschutz schaffen; umfassendes Akteneinsichtsrecht und Verbandsklage einführen;
- das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der informierten Bürgerinnen und Bürger verteidigen: die Vorratsdatenspeicherung beenden; auf Online-Durchsuchungen und Zensurmaßnahmen im Internet verzichten, verdeckte Ermittlungsmethoden wie Video-, Späh- und Lauschangriffe und Rasterfahndung abbauen;
- Einsatz der Bundeswehr als »Hilfspolizei« im Inneren verbieten.
5)
Ich selbst war jahrelang erwerbslos, deshalb ist mir umso wichtiger, dass alle Menschen von ihrer eigen Hände Arbeit leben, nicht nur gerade so überleben, können. Armut trotz Arbeit – das wird es mit der LINKEN nicht geben! Wir sind für einen Mindestlohn in Höhe von 10 Euro und bessere Arbeitsbedingungen (Arbeitszeitverkürzung, besserer Kündigungsschutz etc.). Aber auch Erwerbslosen muss man Teilhabe an der Gesellschaft garantieren, man darf sie nicht weiter ausgrenzen und mit Sanktionen schikanieren. Wir brauchen eine wirklich soziale Grundsicherung mit einem Regelsatz von mindestens 500 Euro. Armut trifft jedoch nicht nur viele Familien und Alleinstehende, sondern besonders stark deren Kinder. Ich möchte, dass Kinderarmut entschieden bekämpft wird! Eltern- und Kindergeld müssen erhöht werden, genau so wie die Kinderregelsätze. Am besten wäre eine bedarfsdeckende Kindergrundsicherung über 420 Euro, denn Kinder sind nicht nur kleine Erwachsene. Und natürlich setze ich mich für einen Rechtsanspruch auf einen gebührenfreien, ganztägigen Betreuungsplatz für Kinder aller Altersgruppen ein. Betreuung und Bildung dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen – genau so wenig wie die Gesundheit! Denn: Gesundheit ist keine Ware und darf nicht nur etwas für diejenigen sein, die sie sich finanziell leisten können. Die Altersarmut steigt ebenfalls rapide an: Die gesetzliche Rente muss daher erhöht werden und wieder den Lebensstandard im Alter sichern. Weg mit allen Kürzungen bei Renten! Weg mit der Rente ab 67! Alle Menschen in Ost und West müssen für gleiche Arbeits- und Lebensleistungen die gleichen Löhne und Renten bekommen.
Ich will: Gute Arbeit, gute Renten, gutes Leben für alle Menschen – ohne Ausgrenzung und Armut, dafür mit Teilhabe an unserer Gesellschaft!
Junge Menschen in Deutschland werden belastet durch Sozialabbau, Erwerbslosigkeit, Leistungsdruck und Perspektivlosigkeit. Ihre Chancen stehen in Abhängigkeit vom Geldbeutel der Eltern – und der wurde beispielsweise durch die Hartz-Gesetze arg geschröpft. Gerade Ostdeutschland dünnt aus, immer mehr Jüngere zieht es in andere Regionen. Daher gilt es, nachhaltige Perspektiven für Jung (und Alt!) auch in Ostdeutschland unter anderem durch die Schaffung von mehr und gut (d.h. wenigstens auf Mindestlohnbasis) bezahlten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie durch gezielte Investitionen in Bildung, Qualifizierung, Forschung und Infrastruktur zu bieten. Sorge bereitet mir die Tatsache, dass junge Menschen immer häufiger sinnvoller Freizeitgestaltung, z.B. durch Schließung von Jugendtreffs oder Wegfall von Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten, beraubt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die rechtsextreme Szene diese Lücke nutzt und ihrerseits durch Freizeitgestaltungsangebote eine rechte Alltagskultur etabliert und verunsicherte Menschen auf ihre Seite zieht.
Durch eine spezielle „Ost-Quote“ könnte eine angemessene Berücksichtigung des Ostens an gesamtdeutschen finanziellen Förderprogrammen sichergestellt werden. DIE LINKE wird den Förderbedarf strukturschwacher Regionen in Europa, darunter vor allem in Ostdeutschland, immer wieder auf die politische Tagesordnung setzten und dafür kämpfen, dass auch ganz konkret mehr Fördergelder fließen und dieser Grundanspruch an die Politik der Europäischen Union bestehen bleibt.
Vielen Dank für die ausführliche Antwort Frau Reinke.
Die Antwort auf Frage 1 ist schon stark. Das ist ja deutlich grüner als Grün ;) Bei all den verständlichen Forderungen, aber wer soll das alles bezahlen? Und den Atom-Ausstieg gleich als Nonsens disqualifizieren? Man kann doch nicht einfach von heute auf morgen einfach alle AKWs abschalten.
Okay, Kapitalismuskritik in Antwort 2. Das war zu erwarten. Aber ob die Verstaatlichung von "Kernbereichen der Wirtschaft" wirklich der bessere Weg ist? Und von welcher neuen "Wirtschaftsordnung" redet Sie eigentlich? Planwirtschaft?
Antwort 3 hört sich auch sehr toll an. Allerdings stelle ich mir wieder die Frage, von was das alles bezahlt werden soll.
Mit Antwort 4 trifft Sie genau meine Meinung.
Mit Antwort 5 kann ich jedoch nicht so viel anfangen. Ich habe das Gefühl, da wurde die Frage etwas mißverstanden. Mir ging es eigentlich darum, was genau in unserem Wahlkreis getan werden muß. Den Rest hatte Sie ja bereits in Frage 2 untergebracht.
Generell habe ich aber das Gefühl, dass hier viel vom Parteiprogramm abgeschrieben wurde und wenig mit eigenen Worten gesagt. Das mag aber auch am Stil liegen: "Die Linke fordert…"
QUOTE:
1)
Der Betrieb von Atomanlagen birgt unverantwortlich hohe Risiken; eine sichere Endlagerung von Atommüll für eine Million Jahre und mehr ist nicht zu gewährleisten. Das Fiasko in den Atommülllagern Asse und Morsleben zeigt, wie fahrlässig die bisherige Praxis ist. DIE LINKE fordert darum die unverzügliche und unumkehrbare Stilllegung aller Atomanlagen sowie ein Verbot für den Export von Atomtechnik. Atommülltransporte müssen bis zu einer verlässlichen Lösung der Endlagerung ausgesetzt werden.
Eine konsequente Energiewende hin zu erneuerbaren Energien ist eine zentrale Investition in ein ökologisches und friedliches 21. Jahrhundert. Im Kampf gegen den Klimawandel müssen die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 halbiert und bis Mitte des Jahrhunderts um mindestens 90 Prozent gesenkt werden. Wer heute auf regenerative Energien setzt und das Wissen für eine nachhaltige Energieversorgung mit Schwellen- und Entwicklungsländern teilt, wird sich morgen nicht an Ressourcenkriegen um Öl und Gas beteiligen.
Als Etappenziel fordert DIE LINKE für 2020: Im Strombereich soll der Anteil erneuerbarer Energien mindestens die Hälfte, im Wärme- und Kältesektor ein Viertel betragen. Besonders wichtig ist dabei die dezentrale Energieversorgung in öffentlicher Hand: Wir wollen die Energiekonzerne in öffentliches Eigentum überführen und einer demokratischen Kontrolle unterstellen. Das Energiekartell muss entflochten, die Energieversorgung weitgehend rekommunalisiert, die Energiemonopole müssen schrittweise aufgelöst werden.
Eine zentrale Aufgabe für die Zukunft wird sein, sich auf den bereits in Gang gesetzten Klimawandel einzustellen. Alle Planungsmaßnahmen zu Raumordnung, Stadtentwicklung, Verkehr, Küstenschutz und Landschaftspflege müssen sowohl Aspekte des Klimaschutzes als auch der Anpassung an den Klimawandel berücksichtigen.
Die Energiewende kann nur gelingen, wenn gleichzeitig die Energieeffizienz deutlich erhöht und im großen Maßstab Energie eingespart wird. Wir brauchen eine ökologisch-technische Effizienzrevolution, eingebettet in alternative Lebensstile. Mittelfristig muss in Deutschland der komplette Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen: Eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energien ohne Atomkraft und ein mittelfristiger Ausstieg aus der Kohleverstromung sind möglich. Wir wollen sie konsequent betreiben. Wir lehnen daher die Planung und den Bau neuer Kohlekraftwerke ab – ebenso wie die von der Energiewirtschaft propagierte Scheinlösung der Verpressung von Kohlendioxid in den Untergrund. Der notwenige Wandel in den bisher vom Bergbau geprägten Regionen soll ökologisch und sozial ausgewogen gestaltet werden.
Der EU-Emissionshandel als zentrales Klimaschutzinstrument der EU hat bislang versagt. Er hat zu jährlichen Mitnahmegewinnen der Stromkonzerne in Milliardenhöhe geführt und nicht zum Klimaschutz beigetragen. In Zukunft müssen Kraftwerke und Unternehmen drastisch verschärfte Vorgaben für den Klimagasausstoß erhalten. Der rot-grüne Atomkonsens von 2000 ist Nonsens, denn die garantierten Restlaufzeiten dienen zuallererst den Profitinteressen der Atomindustrie.
Weitere / Detailliertere Forderungen:
- das Erneuerbare-Energien-Gesetz noch wirksamer ausgestalten; Wärme aus erneuerbarer Energie und Kraft-Wärme-Kopplung vorantreiben; Einführung eines Energiesparfonds mit dem Fokus auf Förderprogramme für einkommensschwache Haushalte; strengere ordnungsrechtliche Standards für den Energieverbrauch von Büro- und Haushaltsgeräten, u. a. ein Verbot sogenannter Stand-by-Schaltungen mit einem Verbrauch von über 1 Watt; »Top-Runner«-Programme für Elektrogeräte, in denen alle drei Jahren das energie- und ressourcensparendste Gerät als gesetzlicher Mindeststandard festgeschrieben wird; energetische Sanierung des Gebäudebestandes und Klimaneutralität von Neubauten; bundesrechtliche Vorgaben für eine ökologische Bauleitplanung; die Endlagerstandorte Gorleben und Schacht Konrad aufgeben; neue Standorte, transparent und gerichtlich nachprüfbar, auf Kosten der Atomindustrie suchen; unverzüglicher und unumkehrbarer Ausstieg aus der Atomwirtschaft; Vergesellschaftung der Strom- und Gasnetze; Rekommunalisierung zentraler Teile der Energieversorgung; Sozialtarife verbindlich einführen, Versorgung mit Strom und Heizenergie für alle garantieren; Besteuerung der Extraprofite der Energiekonzerne aus dem Emissionshandel; Wiedereinführung der Strom- und Gaspreisaufsicht durch die Länder und Schaffung von Verbraucherbeiräten in der Preisaufsicht; Versteigerung statt kostenloser Vergabe von Emissionszertifikaten; Versteigerungserlöse für den Klimaschutz und zur sozialen Abfederung der Energiewende einsetzen; schrittweise schärfere CO2-Vorgaben für Industrie und Individualverkehr machen; keine Agroenergie-Importe aus dem Nicht-EU-Ausland und Fokus bei der Biomassenutzung auf der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme.
2)
Der Kapitalismus hat die Welt in die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren getrieben. Handel und Wirtschaft brechen weltweit ein. Es trifft überall die Ärmsten der Armen. Die gegenwärtige Krise ist mehr als eine Konjunkturkrise. Vieles kommt zusammen, was sich in den vergangenen Jahrzehnten hinter grenzenloser Profitsucht angestaut hatte: Kernschmelze auf den Finanzmärkten, eine tiefe globale Rezession, fortschreitende Umweltzerstörung, Klimawandel und Energiekrise sowie wachsende soziale Polarisierung. Die Krise wird nicht in wenigen Monaten vorbei sein. Die entscheidende Frage ist längst nicht mehr, ob die öffentliche Hand sich wirtschaftlich engagiert, sondern in wessen Interesse, mit welchen Zielen und auf wessen Kosten dies geschieht. Die aktuelle Krise ist die Krise einer Wirtschaftsordnung, die allein für den Profit produziert. Gerade in den letzten zehn Jahren haben sich die Regierungen in den Dienst des Kapitals gestellt. Mit der Agenda 2010 wurde das Lohndumping auf die Spitze getrieben. Zum ersten Mal seit 1945 wurden Löhne in einem Konjunkturaufschwung gesenkt! Dies ist nicht nur sozial hochgradig ungerecht, darüber hinaus begann durch die Schwächung der Binnennachfrage die Wirtschaftskrise bereits im Frühjahr 2008. Das Lohndumping, die damit verbundene Umverteilung, ja, die Enteignung der Menschen in Deutschland und weltweit sind schließlich dafür verantwortlich, dass die Finanzmärkte aufgepumpt wurden. Mit unserem Geld haben die Zocker im Casino ihr Unwesen getrieben. Ein Finanzsystem, das auf der Jagd nach Maximalrenditen Billionen in spekulative Schneeballsysteme versenkt, statt reale Investitionen zu finanzieren, erklärt sich selbst historisch für bankrott.
Im Herbst und Winter werden die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt in voller Konsequenz durchschlagen. Erst dann wird sich zeigen, unter welch massiven finanziellen Druck die Sozialsysteme geraten werden.
Wer die aktuelle Krise bekämpfen will, muss mit Sofortmaßnahmen beginnen, die
- mit einem Zukunftsfonds Arbeitsplätze sichern und mit einem öffentlichen Investitionsprogramm neue Arbeitsplätze schaffen: mit Investitionen von 100 Milliarden Euro pro Jahr in Bildung, Gesundheit, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr die Krise bekämpfen
- die sozialen Sicherungssysteme wieder befestigen und das öffentliche Eigentum stärken,
- eine Millionärssteuer einführen, kleine und mittlere Einkommen müssen entlastet werden; auf sie dürfen keine höheren Steuern entfallen;
- die Banken vergesellschaften und staatliche Hilfen nur im Tausch gegen entsprechende Eigentumsanteile und Entscheidungsrechte der öffentlichen Hand und Belegschaften vergeben.
DIE LINKE steht für einen Neuanfang. Die Interessen der Beschäftigten und der großen Mehrheit der Gesellschaft sind in einer anderen Wirtschaftsordnung grundsätzlich besser aufgehoben einer Wirtschaftsordnung, die den Kapitalismus schrittweise überwindet, die in Kernbereichen der Wirtschaft auf öffentlichem und Belegschaftseigentum aufbaut und die Marktsteuerung von Produktion und Verteilung in die soziale und politische Verantwortung demokratischer Institutionen einbindet.
Wer in der Krise die Gelegenheit versäumt, die Spielregeln grundlegend zu ändern, bereitet durch Unterlassung die nächste Krise vor. Er handelt verantwortungslos gegenüber den Mehrheitsinteressen: Arbeit, Einkommen, Wohlstand, Sicherheit, Gesundheit, Bildung, Kultur in einer gut organisierten Gesellschaft, die in demokratischer Gleichheit aller über ihre öffentlichen Angelegenheit entscheidet, statt von Banken- und Konzernmacht erpresst zu werden.
DIE LINKE steht für soziale Gerechtigkeit, für den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, für die Interessen der Lohnabhängigen und für die gleichberechtigte Teilhabe der vom Kapitalismus Ausgegrenzten und Ausgemusterten.
3)
DIE LINKE steht für die Schaffung einer demokratischen Medienordnung, die die digitale Wissensverarbeitung wieder öffentlicher Regulierung unterstellt. Es geht um nicht weniger, als die Programm und Inhaltsvielfalt zu schützen, die Freiheit im Internet zu erhalten und auszubauen sowie die menschliche Kreativität gegen fortschreitende Kommerzialisierung zu verteidigen.
Daher unsere eindeutige Forderung: Freiheit im Netz erhalten und ausbauen; Internetsperren verhindern; Netzneutralität technologisch zeitgemäß bewahren.
DIE LINKE setzt sich für eine emanzipatorische und sozial gerechte Familienpolitik ein. Alle Bürgerinnen und Bürger – gleich welchen Alters – müssen ein Leben in Würde führen und sich optimal entwickeln können. Insbesondere die Rechte der Kinder auf volle Entfaltung ihrer Persönlichkeit müssen ausgebaut werden. Familienpolitik und die Gleichstellung von Frauen und Männern müssen Hand in Hand gehen, Erwerbs- und Familienarbeit gerecht zwischen den Geschlechtern verteilt werden.
DIE LINKE fordert:
- gebührenfreie, qualitativ hochwertige öffentliche Kinderbetreuung flächendeckend garantieren: Rechtsanspruch auf einen gebührenfreien Ganztagsbetreuungsplatz für jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr einführen; Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen flexibel gestalten;
- Elterngeld zu einem sozial ausgestalteten: Elterngeldkonto weiterentwickeln: für Väter und Mütter einen nicht übertragbaren gleichen Anspruch auf jeweils zwölf, für Alleinerziehende auf 24 Monate schaffen; Inanspruchnahme in Teilabschnitten von mindestens zwei Monaten bis zur Vollendung des siebten Lebensjahres des Kindes ermöglichen;
- höherer Regelsatz für Kinder und Jugendliche, die Leistungen nach Hartz IV beziehen: den Regelsatz sofort deutlich anheben; jungen Erwachsenen ab dem 18. Lebensjahr einen Anspruch auf eine eigene Haushaltsführung außerhalb des Elternhauses verschaffen; einen eigenständigen Mindestsicherungsanspruch für Kinder unter Berücksichtigung von eigenem Einkommen und Unterhaltsansprüchen einführen;
- Kinderarmut dauerhaft verhindern: den bedarfsorientierten Kinderzuschlag und das Kindergeld sofort auf je 200 Euro erhöhen; beide Leistungen zu einer bedarfsorientierten Kindergrundsicherung zusammenführen und ausbauen; familienpolitische Leistungen für alle in Deutschland lebenden Kinder und Familien unabhängig von Staatsbürgerschaft und Aufenthaltsstatus auszahlen;
- finanzielle Situation von Alleinerziehenden erleichtern: Unterhaltsvorschussleistungen nicht beim Wohngeld anrechnen; die volle Anrechnung des Kindergeldes rückgängig machen und die zeitlichen Beschränkungen bei der Bezugsberechtigung abschaffen;
- Ehegattensplitting abschaffen: individuelle Besteuerung einführen; tatsächliche Betreuungs- und Pflegeleistungen sowie das Zusammenleben mit Kindern steuerlich fördern;
- alle Familienformen gleichstellen: Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare einführen.
4)
DIE LINKE will die BürgerInnenrechte schützen!
Terrorismus, organisierte Kriminalität und Gewaltverbrechen sind ernste Bedrohungen für das friedliche Zusammenleben. Sie schaffen ein Klima der Angst, fördern Misstrauen und lähmen gesellschaftliche Aktivität. Sie müssen wirkungsvoll verfolgt und bestraft werden. Polizei und Justiz müssen gut ausgebildet und modern ausgerüstet sein. Für die erfolgreiche Bekämpfung von Kriminalität reichen die bestehenden Gesetze aus!
Die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität verfehlt ihr Ziel, wenn sie sich im Namen der »Inneren Sicherheit« über Verfassungsgrundsätze und BürgerInnenrechte hinwegsetzt. »Innere Sicherheit« auf Kosten von Rechtsstaatlichkeit, Verhältnismäßigkeit und Freiheitsrechten ist kein Erfolg, auf den eine Demokratie stolz sein kann. Wenn dem Staat als oberstem Schutzherrn der Bürgerrechte die Vorratsdatenspeicherung oder die Online- Durchsuchung recht sind, dann ist offenbar bestimmten Unternehmen wie Lidl, Telekom oder Deutsche Bahn die Überwachung des Personals billig. Der Wert von Grund- und Bürgerrechten bemisst sich aber gerade daran, was sie im Alltag wert sind. Die Trennung von Militär und Polizei, von geheimdienstlicher und polizeilicher Tätigkeit ist für uns unaufgebbare Grundregel eines demokratischen Staatsaufbaus. Diese Trennung ist ebenso eine Lehre aus unserer Geschichte wie die Ablehnung einer zentralisierten Sicherheitsbehörde und des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren für polizeiliche Aufgaben.
DIE LINKE fordert:
- Polizei und Geheimdienste scharf trennen: wachsende Geheimbereiche der Polizei und unkontrollierbare Kooperationsgremien einschränken und auflösen; Ausbau des Bundeskriminalamtes zu einer zentralisierten Polizei stoppen; perspektivisch alle Geheimdienste abschaffen, bis dahin die demokratische Kontrolle stärken;
- individuelle Kennzeichnungspflicht für uniformierte Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei einführen;
- Datenschutz und Datenschutzrecht modernisieren: Großprojekte, von Gesundheitskarte über biometrische Ausweise bis zu elektronischen Identitätskarten und einheitlicher Steuernummer, überprüfen und nach strengen datenschutzrechtlichen Kriterien korrigieren; wirksamen Arbeitnehmerdatenschutz schaffen; umfassendes Akteneinsichtsrecht und Verbandsklage einführen;
- das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der informierten Bürgerinnen und Bürger verteidigen: die Vorratsdatenspeicherung beenden; auf Online-Durchsuchungen und Zensurmaßnahmen im Internet verzichten, verdeckte Ermittlungsmethoden wie Video-, Späh- und Lauschangriffe und Rasterfahndung abbauen;
- Einsatz der Bundeswehr als »Hilfspolizei« im Inneren verbieten.
5)
Ich selbst war jahrelang erwerbslos, deshalb ist mir umso wichtiger, dass alle Menschen von ihrer eigen Hände Arbeit leben, nicht nur gerade so überleben, können. Armut trotz Arbeit – das wird es mit der LINKEN nicht geben! Wir sind für einen Mindestlohn in Höhe von 10 Euro und bessere Arbeitsbedingungen (Arbeitszeitverkürzung, besserer Kündigungsschutz etc.). Aber auch Erwerbslosen muss man Teilhabe an der Gesellschaft garantieren, man darf sie nicht weiter ausgrenzen und mit Sanktionen schikanieren. Wir brauchen eine wirklich soziale Grundsicherung mit einem Regelsatz von mindestens 500 Euro. Armut trifft jedoch nicht nur viele Familien und Alleinstehende, sondern besonders stark deren Kinder. Ich möchte, dass Kinderarmut entschieden bekämpft wird! Eltern- und Kindergeld müssen erhöht werden, genau so wie die Kinderregelsätze. Am besten wäre eine bedarfsdeckende Kindergrundsicherung über 420 Euro, denn Kinder sind nicht nur kleine Erwachsene. Und natürlich setze ich mich für einen Rechtsanspruch auf einen gebührenfreien, ganztägigen Betreuungsplatz für Kinder aller Altersgruppen ein. Betreuung und Bildung dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen – genau so wenig wie die Gesundheit! Denn: Gesundheit ist keine Ware und darf nicht nur etwas für diejenigen sein, die sie sich finanziell leisten können. Die Altersarmut steigt ebenfalls rapide an: Die gesetzliche Rente muss daher erhöht werden und wieder den Lebensstandard im Alter sichern. Weg mit allen Kürzungen bei Renten! Weg mit der Rente ab 67! Alle Menschen in Ost und West müssen für gleiche Arbeits- und Lebensleistungen die gleichen Löhne und Renten bekommen.
Ich will: Gute Arbeit, gute Renten, gutes Leben für alle Menschen – ohne Ausgrenzung und Armut, dafür mit Teilhabe an unserer Gesellschaft!
Junge Menschen in Deutschland werden belastet durch Sozialabbau, Erwerbslosigkeit, Leistungsdruck und Perspektivlosigkeit. Ihre Chancen stehen in Abhängigkeit vom Geldbeutel der Eltern – und der wurde beispielsweise durch die Hartz-Gesetze arg geschröpft. Gerade Ostdeutschland dünnt aus, immer mehr Jüngere zieht es in andere Regionen. Daher gilt es, nachhaltige Perspektiven für Jung (und Alt!) auch in Ostdeutschland unter anderem durch die Schaffung von mehr und gut (d.h. wenigstens auf Mindestlohnbasis) bezahlten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie durch gezielte Investitionen in Bildung, Qualifizierung, Forschung und Infrastruktur zu bieten. Sorge bereitet mir die Tatsache, dass junge Menschen immer häufiger sinnvoller Freizeitgestaltung, z.B. durch Schließung von Jugendtreffs oder Wegfall von Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten, beraubt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die rechtsextreme Szene diese Lücke nutzt und ihrerseits durch Freizeitgestaltungsangebote eine rechte Alltagskultur etabliert und verunsicherte Menschen auf ihre Seite zieht.
Durch eine spezielle „Ost-Quote“ könnte eine angemessene Berücksichtigung des Ostens an gesamtdeutschen finanziellen Förderprogrammen sichergestellt werden. DIE LINKE wird den Förderbedarf strukturschwacher Regionen in Europa, darunter vor allem in Ostdeutschland, immer wieder auf die politische Tagesordnung setzten und dafür kämpfen, dass auch ganz konkret mehr Fördergelder fließen und dieser Grundanspruch an die Politik der Europäischen Union bestehen bleibt.
Vielen Dank für die ausführliche Antwort Frau Reinke.
Die Antwort auf Frage 1 ist schon stark. Das ist ja deutlich grüner als Grün ;) Bei all den verständlichen Forderungen, aber wer soll das alles bezahlen? Und den Atom-Ausstieg gleich als Nonsens disqualifizieren? Man kann doch nicht einfach von heute auf morgen einfach alle AKWs abschalten.
Okay, Kapitalismuskritik in Antwort 2. Das war zu erwarten. Aber ob die Verstaatlichung von "Kernbereichen der Wirtschaft" wirklich der bessere Weg ist? Und von welcher neuen "Wirtschaftsordnung" redet Sie eigentlich? Planwirtschaft?
Antwort 3 hört sich auch sehr toll an. Allerdings stelle ich mir wieder die Frage, von was das alles bezahlt werden soll.
Mit Antwort 4 trifft Sie genau meine Meinung.
Mit Antwort 5 kann ich jedoch nicht so viel anfangen. Ich habe das Gefühl, da wurde die Frage etwas mißverstanden. Mir ging es eigentlich darum, was genau in unserem Wahlkreis getan werden muß. Den Rest hatte Sie ja bereits in Frage 2 untergebracht.
Generell habe ich aber das Gefühl, dass hier viel vom Parteiprogramm abgeschrieben wurde und wenig mit eigenen Worten gesagt. Das mag aber auch am Stil liegen: "Die Linke fordert…"
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Tuesday, 22. September 2009
Mein Besuch bei Herrn Andreas Steppuhn.
Kurz nach dem der Bundestag im Juni das Zugangserschwerungsgesetz verabschiedet hat, habe ich dem Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises eine längere Mail geschrieben, warum mir das nicht gefiel. Es dauerte etwas bis Herr Steppuh antwortete. Es war eine längere Antwort, aber auf die Hauptkritikpunkte meiner Mail ging er nicht ein. Kurze Zeit später bekam ich eine 2. Mail, in dem mich Herr Steppuhn zu einem Gespräch einlud. Die Planung zog sich etwas hin und so kam es, dass ich erst am letzten Sonntag die Einladung annehmen konnte.
Im Laufe des Gesprächs gab Herr Steppuhn zu, dass das Thema für die meisten Abgeordneten kompliziert war und es innerhalb der SPD im Prinzip 2 konträre Meinungen dazu gab und erstaunlicherweise sagte er auch, dass seiner Meinung nach die SPD bei diesem Thema tatsächlich von der CDU getrieben wurde. Hinzu kam das unglaubwürdige Verhalten des Abgeordneten Tauss. Beides führte dazu, dass man sich bei der SPD zu einer Unterstüzung des Gesetzesvorhabens entschloß. Auch er hat im Laufe dieses Prozesses viel gelernt. Seiner Meinung nach wird das Thema in der nächsten Legislaturperiode wieder aktuell werden, mindestens aufgrund der Onlinepetition.
Diese Aussagen erstaunten mich schon sehr. Falls das tatsächlich so ist, wäre das trotzdem ein großer Erfolg für die Kritiker des Gesetzes. Ansonsten unterhielten wir uns auch ausführlich über das Wahlprogramm der SPD und die Ziele in der nächsten Legislaturperiode.
Herr Steppuhn hatte ein offenes Ohr für mich und wir konnten uns ausführlich unterhalten. Er war sehr sympathisch, dass er sich extra am Sonntag vor der normalen Bürgersprechstunde noch extra Zeit für mich genommen hatte.
Im Laufe des Gesprächs gab Herr Steppuhn zu, dass das Thema für die meisten Abgeordneten kompliziert war und es innerhalb der SPD im Prinzip 2 konträre Meinungen dazu gab und erstaunlicherweise sagte er auch, dass seiner Meinung nach die SPD bei diesem Thema tatsächlich von der CDU getrieben wurde. Hinzu kam das unglaubwürdige Verhalten des Abgeordneten Tauss. Beides führte dazu, dass man sich bei der SPD zu einer Unterstüzung des Gesetzesvorhabens entschloß. Auch er hat im Laufe dieses Prozesses viel gelernt. Seiner Meinung nach wird das Thema in der nächsten Legislaturperiode wieder aktuell werden, mindestens aufgrund der Onlinepetition.
Diese Aussagen erstaunten mich schon sehr. Falls das tatsächlich so ist, wäre das trotzdem ein großer Erfolg für die Kritiker des Gesetzes. Ansonsten unterhielten wir uns auch ausführlich über das Wahlprogramm der SPD und die Ziele in der nächsten Legislaturperiode.
Herr Steppuhn hatte ein offenes Ohr für mich und wir konnten uns ausführlich unterhalten. Er war sehr sympathisch, dass er sich extra am Sonntag vor der normalen Bürgersprechstunde noch extra Zeit für mich genommen hatte.
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Monday, 21. September 2009
"Frag Deinen Bundestagskandidaten" - Es antwortet Frau Undine Kurth, Grüne
und gleich flatterte noch die Antwort von Frau Kurth herein. Erstaunlicherweise, als pdf-Dokument inklusive Briefkopf des Deutschen Bundestages. Sieht hoch offiziell aus (und ich fühle mich wichtig ;). Hier die Text-Version der Antwort (gekürzt um die Fragestellung):
Sehr geehrter Herr Brabandt,
vielen Dank für Ihre Mail. Ihre Fragen an mich anlässlich der Bundestagswahl 2009 möchte ich wie folgt beantworten:
1)
Der Atomausstieg muss mit der nötigen Kraft vorangetrieben werden. Die Atomenergie ist nicht sicher, sie löst keine Probleme, weder das des Klimawandels noch das der Energiesicherheit
oder der hohen Energiepreise.
Eine Laufzeitverlängerung würde den Klimaschutz und den Ausbau der erneuerbaren Energien weit zurückwerfen. Für uns Grüne ist klar: Wirksamen Klimaschutz gibt es nur durch eine echte Energiewende ohne die Risikotechnologie Atomkraft. Das erfordert eine konsequente Politik für die drei E: den Ausbau der Erneuerbaren bei Strom, Wärme und Verkehr, Energieeinsparung und Energieeffizienz. Aber genau das würde durch ein Festhalten an der Atomkraft verhindert.
Noch ein Wort zur "billigen" Atomkraft: Die Sanierungskosten in der Asse laufen davon: Ursprünglich auf gut 2 Mrd. Euro geschätzt, werden inzwischen schon 4 Mrd. Euro kalkuliert. Die große Koalition hat, unterstützt von der FDP, Anfang 2009 per Gesetz beschlossen, dass die bis zu 4 Mrd. Euro hohen Sanierungskosten für die Asse komplett auf die Steuerzahler abgewälzt werden.
2)
Nein – die Krise ist nicht vorbei und wir sollten immer daran denken, dass man Probleme nicht mit dem Denken lösen kann, das die Probleme verursacht hat.
Das Wort Krise leitet sich vom griechischen Krísis (lat. crisis) ab und heißt der Wortbedeutung nach "Wendepunkt" oder "entscheidende Wendung". Wir Grüne nehmen die Krise beim Wort. Wir müssen jetzt Entscheidungen für die Infrastrukturen der Zukunft, für ökologisches Wirtschaften, für mehr Bildung und für einen erneuerten sozialen Ausgleich treffen. Nur dann hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln nicht bloß einen gigantischen Schuldenberg, sondern auch ein neues Fundament, auf das sie aufbauen können. Wir halten es für falsch mit viel Geld lediglich die Risse im alten Fundament unserer Wirtschaft notdürftig zu kitten, wie es die große Koalition tut. Die Konjunkturpakete I und II sind inhaltlich falsch: Die Koalition bürdet mit ihren Maßnahmen nachfolgenden Generationen drastisch höhere Belastungen auf, ohne dass für diese gleichzeitig ein Nutzen etwa durch ökologische Fortschritte oder verbesserte Bildung entsteht. Notwendig ist ein Grüner New Deal mit Investitionen in die Infrastrukturen und Produkte von morgen - in Klimaschutz, Gerechtigkeit und Bildung.
3)
Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist ein besonders widerwärtiges Delikt. Das gilt auch für die Verbreitung kinderpornografischer Bilder – sei es in Heften oder in elektronischen Netzen. Kinderpornographie muss auf allen Ebenen verfolgt und bestraft werden. Das beschlossene Gesetz ist in seinen Ansätzen jedoch falsch und die grüne Bundestagsfraktion hat dem Gesetz die Zustimmung verweigert, denn das Gesetz ist rechtstaatswidrig: Die "Sperrung" geschieht ohne jede richterliche Kontrolle. Allein das Bundeskriminalamt (BKA) entscheidet. Das Expertengremium beim Datenschutzbeauftragten kann die richterliche Kontrolle nicht ersetzen. Das BKA erhält - ohne jede Änderung des BKA-Gesetzes - erweiterte Befugnisse: Es darf präventiv tätig werden und es schafft durch die Erstellung der Listen eine ständige Beschlagnahmemöglichkeit für die Polizei.
Außerdem ist die Sperrtechnik äußerst fragwürdig: Durch die "Sperrungen" werden die Bilder nicht gelöscht, sondern sind nur schwerer zu finden. Jeder kann die "Sperren" binnen Sekunden umgehen. Und: Die Gefahr der "Sperrung" von Seiten ohne kinderpornografischen Inhalt steht im Raum Die Provider werden verpflichtet, eine "Sperr"infrastruktur aufzubauen, die geeignet ist, auch andere Seiten als solche mit Kinderpornografie zu "sperren". Ab jetzt wird Inhaltesperrung für die Provider technisch also machbar und zumutbar sein. Bereits während des Gesetzgebungsprozesses wurde seitens der Großen Koalition laut über Sperrung auch von Glückspiel oder urheberrechtsverletzenden Inhalten nachgedacht.
Und schließlich: Um Kinderpornographie zu bekämpfen, benötigen wir eine Gesamtstrategie. Zentrale Ansatzpunkte sind dabei die Aufdeckung und Vermeidung von sexuellem Missbrauch und Ausbeutung, die Identifizierung der Opfer, deren Schutz und Rehabilitation sowie die Strafverfolgung der Täter und ihrer Netzwerke.
4)
Wir erteilen einer Politik, die den Bürger als Objekt staatlicher Überwachung versteht, eine Absage. Wir stehen für aktive Bekämpfung des Raubbaus an den Bürgerrechten, den die große Koalition betrieben hat. Wir sind gegen Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchungen, Internetsperren, Kronzeugenregelung, Ausweitung der Sicherungsverwahrung und uferloses Staatsschutz-strafrecht ("Terrorcamps"). Stattdessen wollen wir die Rechtsordnung bürgerrechtlich modernisieren. Dazu gehört u.a. den Grundrechtekatalog zu modernisieren und den Datenschutz und Kinderrechte in die Verfassung aufzunehmen.
5)
Das Motto „Global denken – lokal Handeln“ war noch nie so aktuell wie heute. Alles was wir hier vor Ort tun, hat Auswirkungen auch auf andere – auf zukünftige Generationen genauso wie auf Mensch und Umwelt an ganz anderen Orten unseres Planeten. So wird der Klimawandel zur lokalen und globalen Herausforderung.
Ein ökologisch vernünftiges Handeln kann uns dabei allen helfen: Wenn wir hier im Harz richtig mit Energie umgehen und zum Beispiel dafür sorgen, dass öffentliche Gebäude vorbildlich geheizt und beleuchtet werden und dass der jeweilige Fuhrpark sparsame Autos einsetzt, sparen wir nicht nur Geld sondern sind Vorbild für andere. So wird dem regionalen Handwerk und dem Klima gleichermaßen geholfen. In Dardesheim z.B. haben gut ausgebildete Mechaniker und Anlagentechniker im Windpark zukunftssichere Arbeitsplätze. Also gilt es das Vorhaben, den Landkreis Harz als „Regenerative Energieregion“ nach Kräften zu unterstützen.
Wenn wir es dann noch schaffen, die einmalig schöne Natur vor unserer Haustür zu erhalten und z.B. Nationalpark und Selketal zu schützen, haben wir zum einen eine wichtige Grundlage für unser Leben und gleichzeitig die Grundlage für den Tourismus in unserer Region erhalten.
Vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme, Frau Kurth.
Die Frage nach dem Atomausstieg kommt den Grünen natürlich entgegen und die Antwort konnte man so erwarten. Des weiteren sehen sich die Grünen einmal mehr als eine Bürgerrechtspartei (Antwort 4), die sich die Wahrung der Grundrechte auf die Fahnen geschrieben haben. Die Argumentation liest sich auch gleich direkt wie die Kritik aus dem Internet und trifft die richtigen Punkte. Der letzte Satz in Antwort 3 kommt mir dabei etwas kurz. Hier sollte die Betonung liegen, denn die Ressourcen fehlen, um Kinderpornographie wirksam zu bekämpfen. Das ganze Geld was für dieses Gesetz vergeudet wurde hätte man dort besser investiert. Oder in Vorsorge. Oder in besserer Betreuung der Opfer. So ein bißchen kommt mir die Antwort vor, als ob die Grünen Angst vor den Piraten haben.
Aber halt, Frage 3 beinhaltete doch auch noch:
Wie können Familien und Kinder durch den Staat gefördert und unterstüzt werden?
Antwort 2 verkommt meiner Meinung nach so ein bißchen zu Generalkritik am Kapitalismus, oder? Konkrete Alternativen, wie man in die Krise konkret bekämpfen hätte sollen fehlen leider. Soll man das so verstehen, dass man die Banken hätte hops gehen lassen sollen und damit die Krise eventuell ausgeweitet hätte? Wenn ich mich recht entsinne enthalten die Konjunkturpakete I und II u.a. auch Infrastrukturmaßnahmen aber über die Abwrackprämie kann man ja auch unterschiedlicher Meinung sein.
Antwort 5 erstaunt mich. In unserer Region scheint tatsächlich auch der Bereich regenerative Energien bereits erfolgreich zu sein. Das könnte sich als wegweisende Investition erweisen. So habe ich z.B. unsere Region noch nicht wahrgenommen.
QUOTE:
Sehr geehrter Herr Brabandt,
vielen Dank für Ihre Mail. Ihre Fragen an mich anlässlich der Bundestagswahl 2009 möchte ich wie folgt beantworten:
1)
Der Atomausstieg muss mit der nötigen Kraft vorangetrieben werden. Die Atomenergie ist nicht sicher, sie löst keine Probleme, weder das des Klimawandels noch das der Energiesicherheit
oder der hohen Energiepreise.
Eine Laufzeitverlängerung würde den Klimaschutz und den Ausbau der erneuerbaren Energien weit zurückwerfen. Für uns Grüne ist klar: Wirksamen Klimaschutz gibt es nur durch eine echte Energiewende ohne die Risikotechnologie Atomkraft. Das erfordert eine konsequente Politik für die drei E: den Ausbau der Erneuerbaren bei Strom, Wärme und Verkehr, Energieeinsparung und Energieeffizienz. Aber genau das würde durch ein Festhalten an der Atomkraft verhindert.
Noch ein Wort zur "billigen" Atomkraft: Die Sanierungskosten in der Asse laufen davon: Ursprünglich auf gut 2 Mrd. Euro geschätzt, werden inzwischen schon 4 Mrd. Euro kalkuliert. Die große Koalition hat, unterstützt von der FDP, Anfang 2009 per Gesetz beschlossen, dass die bis zu 4 Mrd. Euro hohen Sanierungskosten für die Asse komplett auf die Steuerzahler abgewälzt werden.
2)
Nein – die Krise ist nicht vorbei und wir sollten immer daran denken, dass man Probleme nicht mit dem Denken lösen kann, das die Probleme verursacht hat.
Das Wort Krise leitet sich vom griechischen Krísis (lat. crisis) ab und heißt der Wortbedeutung nach "Wendepunkt" oder "entscheidende Wendung". Wir Grüne nehmen die Krise beim Wort. Wir müssen jetzt Entscheidungen für die Infrastrukturen der Zukunft, für ökologisches Wirtschaften, für mehr Bildung und für einen erneuerten sozialen Ausgleich treffen. Nur dann hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln nicht bloß einen gigantischen Schuldenberg, sondern auch ein neues Fundament, auf das sie aufbauen können. Wir halten es für falsch mit viel Geld lediglich die Risse im alten Fundament unserer Wirtschaft notdürftig zu kitten, wie es die große Koalition tut. Die Konjunkturpakete I und II sind inhaltlich falsch: Die Koalition bürdet mit ihren Maßnahmen nachfolgenden Generationen drastisch höhere Belastungen auf, ohne dass für diese gleichzeitig ein Nutzen etwa durch ökologische Fortschritte oder verbesserte Bildung entsteht. Notwendig ist ein Grüner New Deal mit Investitionen in die Infrastrukturen und Produkte von morgen - in Klimaschutz, Gerechtigkeit und Bildung.
3)
Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist ein besonders widerwärtiges Delikt. Das gilt auch für die Verbreitung kinderpornografischer Bilder – sei es in Heften oder in elektronischen Netzen. Kinderpornographie muss auf allen Ebenen verfolgt und bestraft werden. Das beschlossene Gesetz ist in seinen Ansätzen jedoch falsch und die grüne Bundestagsfraktion hat dem Gesetz die Zustimmung verweigert, denn das Gesetz ist rechtstaatswidrig: Die "Sperrung" geschieht ohne jede richterliche Kontrolle. Allein das Bundeskriminalamt (BKA) entscheidet. Das Expertengremium beim Datenschutzbeauftragten kann die richterliche Kontrolle nicht ersetzen. Das BKA erhält - ohne jede Änderung des BKA-Gesetzes - erweiterte Befugnisse: Es darf präventiv tätig werden und es schafft durch die Erstellung der Listen eine ständige Beschlagnahmemöglichkeit für die Polizei.
Außerdem ist die Sperrtechnik äußerst fragwürdig: Durch die "Sperrungen" werden die Bilder nicht gelöscht, sondern sind nur schwerer zu finden. Jeder kann die "Sperren" binnen Sekunden umgehen. Und: Die Gefahr der "Sperrung" von Seiten ohne kinderpornografischen Inhalt steht im Raum Die Provider werden verpflichtet, eine "Sperr"infrastruktur aufzubauen, die geeignet ist, auch andere Seiten als solche mit Kinderpornografie zu "sperren". Ab jetzt wird Inhaltesperrung für die Provider technisch also machbar und zumutbar sein. Bereits während des Gesetzgebungsprozesses wurde seitens der Großen Koalition laut über Sperrung auch von Glückspiel oder urheberrechtsverletzenden Inhalten nachgedacht.
Und schließlich: Um Kinderpornographie zu bekämpfen, benötigen wir eine Gesamtstrategie. Zentrale Ansatzpunkte sind dabei die Aufdeckung und Vermeidung von sexuellem Missbrauch und Ausbeutung, die Identifizierung der Opfer, deren Schutz und Rehabilitation sowie die Strafverfolgung der Täter und ihrer Netzwerke.
4)
Wir erteilen einer Politik, die den Bürger als Objekt staatlicher Überwachung versteht, eine Absage. Wir stehen für aktive Bekämpfung des Raubbaus an den Bürgerrechten, den die große Koalition betrieben hat. Wir sind gegen Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchungen, Internetsperren, Kronzeugenregelung, Ausweitung der Sicherungsverwahrung und uferloses Staatsschutz-strafrecht ("Terrorcamps"). Stattdessen wollen wir die Rechtsordnung bürgerrechtlich modernisieren. Dazu gehört u.a. den Grundrechtekatalog zu modernisieren und den Datenschutz und Kinderrechte in die Verfassung aufzunehmen.
5)
Das Motto „Global denken – lokal Handeln“ war noch nie so aktuell wie heute. Alles was wir hier vor Ort tun, hat Auswirkungen auch auf andere – auf zukünftige Generationen genauso wie auf Mensch und Umwelt an ganz anderen Orten unseres Planeten. So wird der Klimawandel zur lokalen und globalen Herausforderung.
Ein ökologisch vernünftiges Handeln kann uns dabei allen helfen: Wenn wir hier im Harz richtig mit Energie umgehen und zum Beispiel dafür sorgen, dass öffentliche Gebäude vorbildlich geheizt und beleuchtet werden und dass der jeweilige Fuhrpark sparsame Autos einsetzt, sparen wir nicht nur Geld sondern sind Vorbild für andere. So wird dem regionalen Handwerk und dem Klima gleichermaßen geholfen. In Dardesheim z.B. haben gut ausgebildete Mechaniker und Anlagentechniker im Windpark zukunftssichere Arbeitsplätze. Also gilt es das Vorhaben, den Landkreis Harz als „Regenerative Energieregion“ nach Kräften zu unterstützen.
Wenn wir es dann noch schaffen, die einmalig schöne Natur vor unserer Haustür zu erhalten und z.B. Nationalpark und Selketal zu schützen, haben wir zum einen eine wichtige Grundlage für unser Leben und gleichzeitig die Grundlage für den Tourismus in unserer Region erhalten.
Vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme, Frau Kurth.
Die Frage nach dem Atomausstieg kommt den Grünen natürlich entgegen und die Antwort konnte man so erwarten. Des weiteren sehen sich die Grünen einmal mehr als eine Bürgerrechtspartei (Antwort 4), die sich die Wahrung der Grundrechte auf die Fahnen geschrieben haben. Die Argumentation liest sich auch gleich direkt wie die Kritik aus dem Internet und trifft die richtigen Punkte. Der letzte Satz in Antwort 3 kommt mir dabei etwas kurz. Hier sollte die Betonung liegen, denn die Ressourcen fehlen, um Kinderpornographie wirksam zu bekämpfen. Das ganze Geld was für dieses Gesetz vergeudet wurde hätte man dort besser investiert. Oder in Vorsorge. Oder in besserer Betreuung der Opfer. So ein bißchen kommt mir die Antwort vor, als ob die Grünen Angst vor den Piraten haben.
Aber halt, Frage 3 beinhaltete doch auch noch:
QUOTE:
Wie können Familien und Kinder durch den Staat gefördert und unterstüzt werden?
Antwort 2 verkommt meiner Meinung nach so ein bißchen zu Generalkritik am Kapitalismus, oder? Konkrete Alternativen, wie man in die Krise konkret bekämpfen hätte sollen fehlen leider. Soll man das so verstehen, dass man die Banken hätte hops gehen lassen sollen und damit die Krise eventuell ausgeweitet hätte? Wenn ich mich recht entsinne enthalten die Konjunkturpakete I und II u.a. auch Infrastrukturmaßnahmen aber über die Abwrackprämie kann man ja auch unterschiedlicher Meinung sein.
Antwort 5 erstaunt mich. In unserer Region scheint tatsächlich auch der Bereich regenerative Energien bereits erfolgreich zu sein. Das könnte sich als wegweisende Investition erweisen. So habe ich z.B. unsere Region noch nicht wahrgenommen.
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"Frag Deinen Bundestagskandidaten" - Es antwortet Herr Andreas Steppuhn, SPD
Andreas Steppuhn hat auf meine Fragen bereits am Sonntag geantwortet, ich kam jedoch vorher nicht dazu, die Antwort zu lesen, einzuordnen und zu veröffentlichen:
Sehr geehrter Herr Brabandt,
vielen Dank für Ihre E-mail vom 8. September 2009, in der Sie 5 Fragen zu meinen politischen Positionen formulieren. Gerne möchte ich Ihre Fragen beantworten.
Zu Frage 1:
Das Atomzeitalter ist für mich endgültig vorbei. Der Automausstieg ist beschlossen und daran werden wir auch nicht rütteln, auch wenn Unionspolitiker wie Herr Pofalla betonen: „Kernkraft ist für die CDU Ökoenergie“. Für uns ist es wichtig, die Umstellung auf regenerative Energien schnellstmöglich voranzutreiben. Atomenergie ist eine gefährliche, schmutzige und innovationshemmende Technologie. Gefährlich und schmutzig, da die Endlagerfrage bis heute nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte. Sie sprechen völlig zu Recht die Forschungsanlage Asse an, die sich als ein weiterer gescheiterter Versuch in eine lange Kette von Versuchen einreiht. Innovationshemmend, da nur der Strom aus bereits abgeschriebenen Kernkraftwerken die Energierzeuger von sinnvollen Investitionen in die Zukunft der Energiegewinnung abhält und so die deutsche Spitzenposition bei Wind- und Sonnenenergie gefährdet.
Bereits jetzt ist der Harz eine Modellregion mit Vorzeigecharakter bei der Erzeugung und Nutzung von regenerativen Energien. Über 50 % der bei uns verbrauchten Energie stammt aus erneuerbaren Energiequellen! Diese Vorreiterrolle müssen wir auch weiterhin durch gezielte Förderung von innovativen Projekten ausbauen. Wer jetzt in diese Technologien investiert, wird in Zukunft mit wirtschaftlichem Erfolg und mit neuen Arbeitsplätzen belohnt. Über das bei uns in der Region Erreichte können wir bereits jetzt stolz sein - ausruhen dürfen wir uns darauf aber nicht.
Zu Frage 2:
Ein Jahr nach dem Zusammenbruch der Lehmann-Insolvenz am 15. September 2008 und der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sind von uns viele Maßnahmen ergriffen worden. Ich halte die Krise jedoch noch nicht für überstanden, es bleibt noch viel zu tun. Auch wenn es uns gelungen ist, die bisherigen Auswirkungen der Krise in Deutschland zu begrenzen und gerade im internationalen Vergleich relativ glimpflich davonzukommen, dürfen wir dennoch nicht zur Tagesordnung übergehen sondern müssen aus dieser Krise lernen und die Ursachen angehen.
Hierfür sind weitere wichtige Reformen notwendig:
• Wir müssen die Finanzmärkte an den Kosten der Krise beteiligen. Eine internationale Finanztransaktionssteuer mit einem Steuersatz zwischen 0,01 und 0,05 Prozent auf alle Finanztransaktion könnte für Deutschland jährliche Einnahmen zwischen 10 und 20 Mrd. Euro bedeuten. Unser Ziel ist es, diese Steuer im Rahmen der G20 durchzusetzen, um ein Ausweichen von Spekulanten in andere Länder und so ein Umgehen der Steuer unmöglich zu machen.
• Über höhere und gerechtere Löhne muss die Binnennachfrage gestärkt werden. Unsere Wirtschaft wird stabiler und gegenüber Verwerfungen auf den internationalen Finanzmärkten weniger verwundbar sein, wenn wir die Kaufkraft im eigenen Land stärken. Mit der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns werden wir die Lohnspirale nach unten endlich stoppen und so auch die Binnennachfrage stärken.
• Finanzprodukte müssen besser überwacht werden. Gerade der Fall der Lehmann-Insolvenz mit sehr vielen geschädigten Kleinanlegern zeigt es: Viele Kleinanleger sind nicht ausreichend informiert und wurden ohne Aufklärung der Risiken zum Kauf der Papiere überredet. Zum bessern Schutz der Verbraucher wollen wir einen Finanz-TÜV einrichten, der Risiken und Auswirkungen von Finanzprodukten dokumentiert und überprüft.
• Auch Hedge-Fonds und Private Equity-Fonds müssen wirkungsvoller kontrolliert werden. Die hochriskanten Spekulationen und durch Schulden finanzierten Übernahmen von Unternehmen wollen wir begrenzen und kontrollieren. Im Aktienrecht wollen wir festschreiben, dass Unternehmen nicht nur den Aktionären sondern auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Unsere Devise lautet: kein Markt, kein Produkt, kein Akteur, kein Territorium und kein Staat darf in Zukunft unbeaufsichtigt bleiben.
Steuererhöhungen für Normal- und Geringverdiener wären in der jetzigen Situation das vollkommen falsche Signal. Gerade in der Krise muss sich zeigen, dass der solidarische Lastenausgleich funktioniert. Da die Ursachen der Krise in besonderem Maße im unverantwortlichen Handeln der Finanzmanager und Investmentbanker liegen und die Vermögenden von diesem Fehlverhalten profitiert haben, muss die Politik nun einen zumindest teilweisen Ausgleich erreichen. Wir setzen dabei auf drei Elemente: Die - bereits erwähnte - Besteuerung von börslichen Aktiengeschäften kann Spekulation begrenzen und bringt notwendige Steuereinnahmen zur Finanzierung von Entlastungen. Die Mittel aus der Erhöhung des Spitzensteuersatzes werden wir in die Verbesserung der Bildung investieren. Ferner werden wir verstärkt gegen Steuerhinterziehung vorgehen und Steueroasen weltweit austrocknen.
Zu Frage 3:
Das Zugangserschwerungsgesetz sehe ich auch weiterhin sehr kritisch. Ich halte seinen Nutzen für sehr begrenzt und verweigere mich strikt, einer Ausweitung des Gesetzes auf andere Gebiete zuzustimmen. Ziel unsere Politik muss es sein, strafbare oder verfassungswidrige Inhalte aus dem Internet löschen zu lassen und nicht eine nationale Zensurinfrastruktur zu schaffen, die den Zugang zum Internet kontrolliert.
Die Förderung von Familien und Kindern ist eines meiner dringendsten Anliegen. Um Familien und Kinder zu stärken, werden wir Kitas zu Eltern-Kind-Zentren weiterentwickeln, die Beratung, Bildung und Unterstützung für Familien anbieten. Wir werden Alleinerziehenden mit gezielten Maßnahmen helfen: Einem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, spezialisierte Betreuung in den Arbeitsagenturen, Flexibilisierung des Unterhaltsvorschusses und Ausweitung des Kinderzuschlages. Des Weiteren werden wir den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in einer Kita ab 2013 durchsetzen, die Qualität in der frühkindlichen Bildung verbessern, den Ausbau von Ganztagsschulen fortsetzen und die Bildung von der Kita bis zur Hochschule gebührenfrei machen.
Wir werden ein zwischen Bund, Ländern und Gemeinden abgestimmtes Programm gegen Kinderarmut entwickeln. Schwerpunkte neben der Sicherung des Grundbedarfs sind hierbei die Teilhabe von Kindern an Bildung, Kultur und Sport, ein Gesetz zur Gesundheitsprävention mit dem Schwerpunkt auf Kindern und Jugendlichen, eine Ausweitung des Kinderzuschlages, so dass 300.000 Kinder zusätzlich aus der Armutsfalle geholt werden und ein verlässlicher Schutz für Kinder vor Vernachlässigung und Gewalt.
Um den Interessen von Kindern auch rechtlich mehr Gewicht zu geben, ist es mein Ziel, Kinderrechte als Grundrechte im Grundgesetz verankern.
Zu Frage 4:
Klare Antwort: Nein.
Die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen im Bereich der inneren Sicherheit waren nötig, gingen teilweise aber bereits an den Rand des Vertretbaren. Wir haben nach dem 11. September 2001 mit zwei Sicherheitspaketen zur Terrorismusbekämpfung schnell auf die veränderte Sicherheitslage reagiert. Die Ausstattung und die Kompetenzen der Sicherheitsbehörden haben wir verbessert. Wir haben den Straftatbestand „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ auch auf das Ausland ausgedehnt. Mit der Föderalismusreform I haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das BKA vorbeugend im Kampf gegen den Terrorismus ermitteln darf.
Im Rahmen des BKA-Gesetztes haben wir das BKA mit neuen Kompetenzen zur Gefahrenabwehr ausgestattet, die aber in wesentlichen auf bereits bestehenden Regelungen der Polizei-Gesetze der Länder beruhten. Bei dem einzigen neuen Instrument, der Online-Durchsuchung, haben wir strikt drauf geachtet, dass Freiheit und Sicherheit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Weitergehende Regelungen - ob Online oder Offline - lehnen sowohl ich persönlich als auch die gesamte SPD-Bundestagsfraktion ab. Das betrifft sowohl Pläne der Union, Zugangssperren auf andere Bereiche als Kinderpornographische Inhalte hin auszuweiten als auch, den immer wieder von der Union geforderte Bundeswehreinsatz im Inneren. Freiheit und Sicherheit müssen in einem ausgewogenen Gleichgewicht bestehen, denn ohne Freiheit ist Sicherheit nichts.
Zu Frage 5:
Mit der Abwanderung und der Arbeitslosigkeit sprechen Sie bereits zwei der wichtigsten Aspekte an. Wir müssen den jungen Menschen im Harz wieder eine Perspektive bieten. Dazu gehören eine gute und kostenlose Bildung und die Aussicht auf eine gute und gerecht bezahlte Arbeit von der man auch leben und eine Familie ernähren kann. Die Einkommensunterschiede zwischen Ost und West müssen weiter abgebaut werden - im Bereich der Geringverdiener werden wir dies durch den flächendeckenden Mindestlohn durchsetzen. Doch gute und gerecht bezahlte Arbeit kann es nur geben, wenn überhaupt Arbeitsplätze neu entstehen. Um die Probleme in der Harzregion effektiv angehen zu können, müssen wir die erfolgreichen Branchen und Unternehmen weiter fördern. Gerade der Tourismus aber auch der Bereich der erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik bietet ein großes Wachstumspotential für unsere Region. Gerade diese Kompetenzen müssen wir mit gezielter Förderung weiter stärken, um in Zukunft in Form von wirtschaftlichem Wachstum und neu geschaffenen Arbeitsplätzen davon zu profitieren.
Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zufriedenstellend beantworten und stehe Ihnen gerne für weitere Fragen oder Anmerkungen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Steppuhn
Vielen Dank für diese ausführliche Antwort von Herrn Steppuhn, der sich nebenbei auch noch Zeit genommen hat, mit mir persönlich das Thema Zugangserschwerungsgesetz zu diskutieren, dazu später mehr.
Die Antwort auf Frage 1 könnte man so wahrscheinlich auch von den Grünen hören. Das hat mich sehr erstaunt. Auch auf die Frage nach dem Zugangserschwerungsgesetz hat er erstaunlich kritisch beantwortet. Die Finanztransaktionssteuer, die auch von vielen Globalisierungsgegnern geforder wird, hört sich sinnvoll an, aber ob so eine Steuer wirklich weltweit eingeführt werden kann, wage ich mal zu bezweifeln. Auch eine bessere Überwachung der Finanztransaktionen und -produkte hört sich sinnvoll an, aber ob diese komplizierten Transaktionen und Produkte wirklich unabhängig überwacht werden können, weiß ich nicht. Aber den Versuch ist es schon wert, finde ich. Die Forderung nach Mindestlohn taucht natürlich auch auf und ist ja auch einer der wenigen Punkte, wo man sich von der CDU/CSU abgrenzen kann.
Und nun weiter zu Frau Kurth…
QUOTE:
Sehr geehrter Herr Brabandt,
vielen Dank für Ihre E-mail vom 8. September 2009, in der Sie 5 Fragen zu meinen politischen Positionen formulieren. Gerne möchte ich Ihre Fragen beantworten.
Zu Frage 1:
Das Atomzeitalter ist für mich endgültig vorbei. Der Automausstieg ist beschlossen und daran werden wir auch nicht rütteln, auch wenn Unionspolitiker wie Herr Pofalla betonen: „Kernkraft ist für die CDU Ökoenergie“. Für uns ist es wichtig, die Umstellung auf regenerative Energien schnellstmöglich voranzutreiben. Atomenergie ist eine gefährliche, schmutzige und innovationshemmende Technologie. Gefährlich und schmutzig, da die Endlagerfrage bis heute nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte. Sie sprechen völlig zu Recht die Forschungsanlage Asse an, die sich als ein weiterer gescheiterter Versuch in eine lange Kette von Versuchen einreiht. Innovationshemmend, da nur der Strom aus bereits abgeschriebenen Kernkraftwerken die Energierzeuger von sinnvollen Investitionen in die Zukunft der Energiegewinnung abhält und so die deutsche Spitzenposition bei Wind- und Sonnenenergie gefährdet.
Bereits jetzt ist der Harz eine Modellregion mit Vorzeigecharakter bei der Erzeugung und Nutzung von regenerativen Energien. Über 50 % der bei uns verbrauchten Energie stammt aus erneuerbaren Energiequellen! Diese Vorreiterrolle müssen wir auch weiterhin durch gezielte Förderung von innovativen Projekten ausbauen. Wer jetzt in diese Technologien investiert, wird in Zukunft mit wirtschaftlichem Erfolg und mit neuen Arbeitsplätzen belohnt. Über das bei uns in der Region Erreichte können wir bereits jetzt stolz sein - ausruhen dürfen wir uns darauf aber nicht.
Zu Frage 2:
Ein Jahr nach dem Zusammenbruch der Lehmann-Insolvenz am 15. September 2008 und der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sind von uns viele Maßnahmen ergriffen worden. Ich halte die Krise jedoch noch nicht für überstanden, es bleibt noch viel zu tun. Auch wenn es uns gelungen ist, die bisherigen Auswirkungen der Krise in Deutschland zu begrenzen und gerade im internationalen Vergleich relativ glimpflich davonzukommen, dürfen wir dennoch nicht zur Tagesordnung übergehen sondern müssen aus dieser Krise lernen und die Ursachen angehen.
Hierfür sind weitere wichtige Reformen notwendig:
• Wir müssen die Finanzmärkte an den Kosten der Krise beteiligen. Eine internationale Finanztransaktionssteuer mit einem Steuersatz zwischen 0,01 und 0,05 Prozent auf alle Finanztransaktion könnte für Deutschland jährliche Einnahmen zwischen 10 und 20 Mrd. Euro bedeuten. Unser Ziel ist es, diese Steuer im Rahmen der G20 durchzusetzen, um ein Ausweichen von Spekulanten in andere Länder und so ein Umgehen der Steuer unmöglich zu machen.
• Über höhere und gerechtere Löhne muss die Binnennachfrage gestärkt werden. Unsere Wirtschaft wird stabiler und gegenüber Verwerfungen auf den internationalen Finanzmärkten weniger verwundbar sein, wenn wir die Kaufkraft im eigenen Land stärken. Mit der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns werden wir die Lohnspirale nach unten endlich stoppen und so auch die Binnennachfrage stärken.
• Finanzprodukte müssen besser überwacht werden. Gerade der Fall der Lehmann-Insolvenz mit sehr vielen geschädigten Kleinanlegern zeigt es: Viele Kleinanleger sind nicht ausreichend informiert und wurden ohne Aufklärung der Risiken zum Kauf der Papiere überredet. Zum bessern Schutz der Verbraucher wollen wir einen Finanz-TÜV einrichten, der Risiken und Auswirkungen von Finanzprodukten dokumentiert und überprüft.
• Auch Hedge-Fonds und Private Equity-Fonds müssen wirkungsvoller kontrolliert werden. Die hochriskanten Spekulationen und durch Schulden finanzierten Übernahmen von Unternehmen wollen wir begrenzen und kontrollieren. Im Aktienrecht wollen wir festschreiben, dass Unternehmen nicht nur den Aktionären sondern auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Unsere Devise lautet: kein Markt, kein Produkt, kein Akteur, kein Territorium und kein Staat darf in Zukunft unbeaufsichtigt bleiben.
Steuererhöhungen für Normal- und Geringverdiener wären in der jetzigen Situation das vollkommen falsche Signal. Gerade in der Krise muss sich zeigen, dass der solidarische Lastenausgleich funktioniert. Da die Ursachen der Krise in besonderem Maße im unverantwortlichen Handeln der Finanzmanager und Investmentbanker liegen und die Vermögenden von diesem Fehlverhalten profitiert haben, muss die Politik nun einen zumindest teilweisen Ausgleich erreichen. Wir setzen dabei auf drei Elemente: Die - bereits erwähnte - Besteuerung von börslichen Aktiengeschäften kann Spekulation begrenzen und bringt notwendige Steuereinnahmen zur Finanzierung von Entlastungen. Die Mittel aus der Erhöhung des Spitzensteuersatzes werden wir in die Verbesserung der Bildung investieren. Ferner werden wir verstärkt gegen Steuerhinterziehung vorgehen und Steueroasen weltweit austrocknen.
Zu Frage 3:
Das Zugangserschwerungsgesetz sehe ich auch weiterhin sehr kritisch. Ich halte seinen Nutzen für sehr begrenzt und verweigere mich strikt, einer Ausweitung des Gesetzes auf andere Gebiete zuzustimmen. Ziel unsere Politik muss es sein, strafbare oder verfassungswidrige Inhalte aus dem Internet löschen zu lassen und nicht eine nationale Zensurinfrastruktur zu schaffen, die den Zugang zum Internet kontrolliert.
Die Förderung von Familien und Kindern ist eines meiner dringendsten Anliegen. Um Familien und Kinder zu stärken, werden wir Kitas zu Eltern-Kind-Zentren weiterentwickeln, die Beratung, Bildung und Unterstützung für Familien anbieten. Wir werden Alleinerziehenden mit gezielten Maßnahmen helfen: Einem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, spezialisierte Betreuung in den Arbeitsagenturen, Flexibilisierung des Unterhaltsvorschusses und Ausweitung des Kinderzuschlages. Des Weiteren werden wir den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in einer Kita ab 2013 durchsetzen, die Qualität in der frühkindlichen Bildung verbessern, den Ausbau von Ganztagsschulen fortsetzen und die Bildung von der Kita bis zur Hochschule gebührenfrei machen.
Wir werden ein zwischen Bund, Ländern und Gemeinden abgestimmtes Programm gegen Kinderarmut entwickeln. Schwerpunkte neben der Sicherung des Grundbedarfs sind hierbei die Teilhabe von Kindern an Bildung, Kultur und Sport, ein Gesetz zur Gesundheitsprävention mit dem Schwerpunkt auf Kindern und Jugendlichen, eine Ausweitung des Kinderzuschlages, so dass 300.000 Kinder zusätzlich aus der Armutsfalle geholt werden und ein verlässlicher Schutz für Kinder vor Vernachlässigung und Gewalt.
Um den Interessen von Kindern auch rechtlich mehr Gewicht zu geben, ist es mein Ziel, Kinderrechte als Grundrechte im Grundgesetz verankern.
Zu Frage 4:
Klare Antwort: Nein.
Die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen im Bereich der inneren Sicherheit waren nötig, gingen teilweise aber bereits an den Rand des Vertretbaren. Wir haben nach dem 11. September 2001 mit zwei Sicherheitspaketen zur Terrorismusbekämpfung schnell auf die veränderte Sicherheitslage reagiert. Die Ausstattung und die Kompetenzen der Sicherheitsbehörden haben wir verbessert. Wir haben den Straftatbestand „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ auch auf das Ausland ausgedehnt. Mit der Föderalismusreform I haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das BKA vorbeugend im Kampf gegen den Terrorismus ermitteln darf.
Im Rahmen des BKA-Gesetztes haben wir das BKA mit neuen Kompetenzen zur Gefahrenabwehr ausgestattet, die aber in wesentlichen auf bereits bestehenden Regelungen der Polizei-Gesetze der Länder beruhten. Bei dem einzigen neuen Instrument, der Online-Durchsuchung, haben wir strikt drauf geachtet, dass Freiheit und Sicherheit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Weitergehende Regelungen - ob Online oder Offline - lehnen sowohl ich persönlich als auch die gesamte SPD-Bundestagsfraktion ab. Das betrifft sowohl Pläne der Union, Zugangssperren auf andere Bereiche als Kinderpornographische Inhalte hin auszuweiten als auch, den immer wieder von der Union geforderte Bundeswehreinsatz im Inneren. Freiheit und Sicherheit müssen in einem ausgewogenen Gleichgewicht bestehen, denn ohne Freiheit ist Sicherheit nichts.
Zu Frage 5:
Mit der Abwanderung und der Arbeitslosigkeit sprechen Sie bereits zwei der wichtigsten Aspekte an. Wir müssen den jungen Menschen im Harz wieder eine Perspektive bieten. Dazu gehören eine gute und kostenlose Bildung und die Aussicht auf eine gute und gerecht bezahlte Arbeit von der man auch leben und eine Familie ernähren kann. Die Einkommensunterschiede zwischen Ost und West müssen weiter abgebaut werden - im Bereich der Geringverdiener werden wir dies durch den flächendeckenden Mindestlohn durchsetzen. Doch gute und gerecht bezahlte Arbeit kann es nur geben, wenn überhaupt Arbeitsplätze neu entstehen. Um die Probleme in der Harzregion effektiv angehen zu können, müssen wir die erfolgreichen Branchen und Unternehmen weiter fördern. Gerade der Tourismus aber auch der Bereich der erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik bietet ein großes Wachstumspotential für unsere Region. Gerade diese Kompetenzen müssen wir mit gezielter Förderung weiter stärken, um in Zukunft in Form von wirtschaftlichem Wachstum und neu geschaffenen Arbeitsplätzen davon zu profitieren.
Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zufriedenstellend beantworten und stehe Ihnen gerne für weitere Fragen oder Anmerkungen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Steppuhn
Vielen Dank für diese ausführliche Antwort von Herrn Steppuhn, der sich nebenbei auch noch Zeit genommen hat, mit mir persönlich das Thema Zugangserschwerungsgesetz zu diskutieren, dazu später mehr.
Die Antwort auf Frage 1 könnte man so wahrscheinlich auch von den Grünen hören. Das hat mich sehr erstaunt. Auch auf die Frage nach dem Zugangserschwerungsgesetz hat er erstaunlich kritisch beantwortet. Die Finanztransaktionssteuer, die auch von vielen Globalisierungsgegnern geforder wird, hört sich sinnvoll an, aber ob so eine Steuer wirklich weltweit eingeführt werden kann, wage ich mal zu bezweifeln. Auch eine bessere Überwachung der Finanztransaktionen und -produkte hört sich sinnvoll an, aber ob diese komplizierten Transaktionen und Produkte wirklich unabhängig überwacht werden können, weiß ich nicht. Aber den Versuch ist es schon wert, finde ich. Die Forderung nach Mindestlohn taucht natürlich auch auf und ist ja auch einer der wenigen Punkte, wo man sich von der CDU/CSU abgrenzen kann.
Und nun weiter zu Frau Kurth…
Posted by chrisbra
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19:58
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Tuesday, 8. September 2009
Aktion "Frag Deinen Bundestagskandidaten"
Ich habe mich entschlossen, 5 Fragen an die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Harz zu richten. Ich habe daher die folgende Mail geschrieben:
Sehr geehrte Frau/Herr..,
da Sie sich als Kandidat zur Wahl des Deutschen Bundestags am 27.09 stellen, ist es für mich als Wähler von Interesse, welche Standpunkte Sie vertreten.
Ich bin mir im klaren darüber, dass man kein komplettes Wahlprogramm per E-Mail erfragen kann. Dennoch würde es mich freuen, wenn Sie mir die folgenden 5 Fragen beantworten könnten. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten. Ausführliche Antworten sind zwar schön, aber zur Not reichen auch ein paar Stichpunkte, denn gerade im Wahlkampf sind Sie natürlich sehr eingespannt.
Ich habe vor, die Fragen und Antworten auf der Internetseite http://blog.256bit.org zu veröffentlichen, damit auch andere Leser sich eine Meinung bilden können. Falls Sie nicht einverstanden sind, dass ich Ihre Antworten veröffentliche, teilen Sie mir das bitte mit.
Hier nun die Fragen:
1) Die Schachtanlage Asse als Forschungsanlage für die Lagerung von atomaren Müll (Versuchsendlagerung) ist nicht allzuweit von unserem Wahlkreis entfernt. Gerade in letzter Zeit haben die Zustände dort Schlagzeilen gemacht und bisher ist unklar, welchen Ausmaß die Schädigungen dort auf die Umwelt haben werden. Wie stehen Sie zum Thema atomare Energiegewinnung, der Verlängerung der Laufzeit von Atommeilern, der Förderung alternativer Energieträger und die Thematik der
Endlagerung des Atommülls?
2) Momentan scheint es, als wäre die größte Wirtschaftskrise seit dem Ende der Großen Depression 1929 ausgestanden. 2 Konjunkturpakete in Höhe mehrerer Milliarden Euro sind im Laufe des letzten Jahres verabschiedet worden, um diese Krise zu bekämpfen. Sehen Sie die Krise als beendet an? Wo sehen Sie Chancen und Risiken dieser Krise in nächster Zeit für Deutschland? Welche Bedeutung hat die immense Schuldenlast für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und in welcher Weise können diese Schulden abgebaut werden? Sehen Sie die Notwendigkeit von Steuererhöhungen?
3) Über das Zugangserschwerungsgesetz (ZugErschwG) ist viel diskutiert worden. Die einen sehen es als die einzig wirksame Methode zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet, die anderen zweifeln die Wirksamkeit an und halten es für verfassungswidrig. Wie stehen Sie zu dieser Thematik und sind Sie der Meinung, dass die Anwendbarkeit auf andere Gebiete als der Kinderpornographie ausgeweitet werden soll? Welche anderen Maßnahmen sehen Sie, um jugendgefährdende Inhalte aus dem Internet zu verbannen? Wie können Familien und Kinder durch den Staat gefördert und unterstüzt werden?
4) In den letzten Jahren sind weitreichende Eingriffe im Bereich der Grundrechte vorgenommen worden (Onlinedurchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Zugangserschwerungsgesetz, Kennzeichenscreening), um die Sicherheit Deutschlands zu erhöhen. Kritiker sehen diese Entwicklung mit Sorge und werfen der
Bundesregierung vor, den Rechtsstaat in einen Überwachungsstaat umzuwandeln, der alle anderen Grundrechte untegeordnet werden sollen. Wie stehen Sie zu der Thematik? Sind Sie der Meinung, dass zur Bekämpfung von Terrorismus und Kinderpornographie weitere Eingriffe in die Grundrechte notwendig sind?
5) Wo sehen Sie für unseren Wahlkreis Harz innerhalb der nächsten Legislaturperiode die Herausforderungen? Was muß getan werden, um der Abwanderung junger Arbeitnehmer entgegenzuwirken und der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen? Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie umsetzen?
Ich würde mich über eine Beantwortung der Fragen bis Mittwoch den 23. September sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christian Brabandt
Ich habe dabei versucht, mir wichtige Fragen den Kandidaten zu stellen. Diese Mail habe ich an alle Kandidaten des Wahlkreis Harz geschickt, mit Ausnahme des Kandidaten der NPD. Ich halte diese Partei sowieso für unwählbar und möchte Ihnen ungern ein Forum für ihre Propaganda geben.
Ich bin jedenfalls gespannt, ob und wie die anderen Kandidaten antworten werden.
Update:
QUOTE:
Sehr geehrte Frau/Herr..,
da Sie sich als Kandidat zur Wahl des Deutschen Bundestags am 27.09 stellen, ist es für mich als Wähler von Interesse, welche Standpunkte Sie vertreten.
Ich bin mir im klaren darüber, dass man kein komplettes Wahlprogramm per E-Mail erfragen kann. Dennoch würde es mich freuen, wenn Sie mir die folgenden 5 Fragen beantworten könnten. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten. Ausführliche Antworten sind zwar schön, aber zur Not reichen auch ein paar Stichpunkte, denn gerade im Wahlkampf sind Sie natürlich sehr eingespannt.
Ich habe vor, die Fragen und Antworten auf der Internetseite http://blog.256bit.org zu veröffentlichen, damit auch andere Leser sich eine Meinung bilden können. Falls Sie nicht einverstanden sind, dass ich Ihre Antworten veröffentliche, teilen Sie mir das bitte mit.
Hier nun die Fragen:
1) Die Schachtanlage Asse als Forschungsanlage für die Lagerung von atomaren Müll (Versuchsendlagerung) ist nicht allzuweit von unserem Wahlkreis entfernt. Gerade in letzter Zeit haben die Zustände dort Schlagzeilen gemacht und bisher ist unklar, welchen Ausmaß die Schädigungen dort auf die Umwelt haben werden. Wie stehen Sie zum Thema atomare Energiegewinnung, der Verlängerung der Laufzeit von Atommeilern, der Förderung alternativer Energieträger und die Thematik der
Endlagerung des Atommülls?
2) Momentan scheint es, als wäre die größte Wirtschaftskrise seit dem Ende der Großen Depression 1929 ausgestanden. 2 Konjunkturpakete in Höhe mehrerer Milliarden Euro sind im Laufe des letzten Jahres verabschiedet worden, um diese Krise zu bekämpfen. Sehen Sie die Krise als beendet an? Wo sehen Sie Chancen und Risiken dieser Krise in nächster Zeit für Deutschland? Welche Bedeutung hat die immense Schuldenlast für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und in welcher Weise können diese Schulden abgebaut werden? Sehen Sie die Notwendigkeit von Steuererhöhungen?
3) Über das Zugangserschwerungsgesetz (ZugErschwG) ist viel diskutiert worden. Die einen sehen es als die einzig wirksame Methode zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet, die anderen zweifeln die Wirksamkeit an und halten es für verfassungswidrig. Wie stehen Sie zu dieser Thematik und sind Sie der Meinung, dass die Anwendbarkeit auf andere Gebiete als der Kinderpornographie ausgeweitet werden soll? Welche anderen Maßnahmen sehen Sie, um jugendgefährdende Inhalte aus dem Internet zu verbannen? Wie können Familien und Kinder durch den Staat gefördert und unterstüzt werden?
4) In den letzten Jahren sind weitreichende Eingriffe im Bereich der Grundrechte vorgenommen worden (Onlinedurchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Zugangserschwerungsgesetz, Kennzeichenscreening), um die Sicherheit Deutschlands zu erhöhen. Kritiker sehen diese Entwicklung mit Sorge und werfen der
Bundesregierung vor, den Rechtsstaat in einen Überwachungsstaat umzuwandeln, der alle anderen Grundrechte untegeordnet werden sollen. Wie stehen Sie zu der Thematik? Sind Sie der Meinung, dass zur Bekämpfung von Terrorismus und Kinderpornographie weitere Eingriffe in die Grundrechte notwendig sind?
5) Wo sehen Sie für unseren Wahlkreis Harz innerhalb der nächsten Legislaturperiode die Herausforderungen? Was muß getan werden, um der Abwanderung junger Arbeitnehmer entgegenzuwirken und der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen? Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie umsetzen?
Ich würde mich über eine Beantwortung der Fragen bis Mittwoch den 23. September sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christian Brabandt
Ich habe dabei versucht, mir wichtige Fragen den Kandidaten zu stellen. Diese Mail habe ich an alle Kandidaten des Wahlkreis Harz geschickt, mit Ausnahme des Kandidaten der NPD. Ich halte diese Partei sowieso für unwählbar und möchte Ihnen ungern ein Forum für ihre Propaganda geben.
Ich bin jedenfalls gespannt, ob und wie die anderen Kandidaten antworten werden.
Update:
- Es antwortet Herr Andreas Steppuhn, SPD
- Es antwortet Frau Undine Kurth, Grüne
- Es antwortet Frau Elke Reinke, Linkspartei
- Es antwortet Herr Wolfgang Döcke, FDP
- Keine Antwort im Übrigen von Frau Heike Brehmer, CDU
Monday, 15. June 2009
Auf dem Sachsen-Anhalt Tag
Am Wochenende wurde der 13. Sachsen-Anhalt Tag in Thale veranstaltet. Für eine kleine Stadt wie Thale mit 15.000 Einwohnern ist solch ein Fest, beim wohl 200.000 Besucher gekommen sind, natürlich eine Herausforderung.
Dort habe ich die folgende Entdeckung gemacht und konnte endlich mal wieder mit meiner Kamera ein paar schöne Fotos schießen. Es waren nämlich eine paar Leute einer Falknerei da, und die hatten ihre Vögel dabei und man konnte die Tiere sogar streicheln. Dabei gelangen mir u.a. diese Schnappschüße:




Der Rest war auch schön (wenn auch das Gedränge nervte) und endlich mal was los ;)
Update: Mehr Bilder von den Greifvögeln (der Falkner sagte es wären Falken, aber auf fotocommunity verbesserte man mich zu Habicht bzw. ein Bussard) hier
Dort habe ich die folgende Entdeckung gemacht und konnte endlich mal wieder mit meiner Kamera ein paar schöne Fotos schießen. Es waren nämlich eine paar Leute einer Falknerei da, und die hatten ihre Vögel dabei und man konnte die Tiere sogar streicheln. Dabei gelangen mir u.a. diese Schnappschüße:
Der Rest war auch schön (wenn auch das Gedränge nervte) und endlich mal was los ;)
Update: Mehr Bilder von den Greifvögeln (der Falkner sagte es wären Falken, aber auf fotocommunity verbesserte man mich zu Habicht bzw. ein Bussard) hier
Monday, 9. October 2006
Goethes Faust - Rockoper
Letzte Woche, am 1.10 war es soweit. Wir haben uns Goethes "Faust" - inszeniert als Musical - auf dem Brocken angeschaut. Das ganze ist organisiert von den Harzer Schmalspurbahnen.
Los ging es am Sonntag um 17:40 in Wernigerode mit der Brockenbahn in Richtung Brocken. Ist die Fahrt mit dieser Bahn auch so schon ein Erlebnis, eine Dampflokomotive fährt durch den idyllischen Harz bis auf die Spitze des 1142m hohen Brockens, so war es diesmal ein ganz besonderes Ereignis. Der Mephisto-Express wurde extra dekoriert, das Zugpersonal war entsprechend geschminkt und unterwegs stießen stilecht Teufel und Hexen hinzu, erzählten schauerige Geschichten über Faust und die Umgebung und reichten einen echten Hexentrank.
So kam keine Langeweile auf und eine gute Stunde später, die Dämmerung brach gerade an, erreichten wir den Brocken. Nur kurze Zeit blieb zum Durchschnaufen, sowie um einen kleinen Snack oder ein Getränk zu sich zu nehmen, denn 19:00 Uhr began die Vorführung. Die Inszenierung war sehr gut, es wurden (angeblich) die Orginal Goethe-Texte vorgetragen in einer abwechslungsreichen Mischung aus Rocksongs und klassischem Theater.
Unterstüzt wurden die Schauspieler dabei von einer Live-Band, die die Songs (z.B. "Born To Be Wild") klasse vorspielten.
Der einzige Minuspunkt leider war der lokationsbedingt nicht sonderlich geeignete Goethe-Saal als Bühne und Auditorium. Es war deutlich zu sehen, dass dieser Saal normalerweise als Speisesaal des Brockenhotels dient. Die Bühne war dementsprechend nicht großartig erhöht und knapp 20 Stuhlreihen hintereinander sorgten beim Publikum auf den hinteren Plätzen für verzweifeltes Hälserecken. Auch wir hatten das harte Los einen hinteren Sitzplatz zu bekommen. Dies war um so ärgerlicher, weil alle Plätze das gleiche kosten und (anscheinend) keine Möglichkeit besteht beim Kauf entsprechende Sitze vorne zu revervieren. Nach welchen Kriterien die Sitzwahl vonstatten ging, war für uns nicht ersichtlich.
Nach einer Stunde wurde eine Pause von ca: 15 Minuten gemacht, während der man eine warme Mahlzeit bekam. Kurze Zeit später ging das Stück weiter. Trotz der schlechten Sitzposition war die Stimmung ziemlich gut und nach einer weiteren Stunde der Faust I vorbei. Es gab natürlich stehende Ovationen und Zugaben von den Schauspielern. Danach ging es zurück zur Brockenbahn durch den nun herrschenden kalten Herbstwind und Regen, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch; im Gegenteil es passte wunderbar in die Szenerie mit Faust, Mephisto und den Hexen auf dem Brocken, die vorher noch im Auditorium vorgespielt wurde. Nun erlebten wir genau diese Szene mit Hexen, Teufel, einem eisigen Wind und fast völliger Dunkelheit.
Mit der Brockenbahn fuhren wir dann nochmals eine gute Stunde zurück nach Wernigerode von wo wir mit dem Auto nach Hause fuhren.
Los ging es am Sonntag um 17:40 in Wernigerode mit der Brockenbahn in Richtung Brocken. Ist die Fahrt mit dieser Bahn auch so schon ein Erlebnis, eine Dampflokomotive fährt durch den idyllischen Harz bis auf die Spitze des 1142m hohen Brockens, so war es diesmal ein ganz besonderes Ereignis. Der Mephisto-Express wurde extra dekoriert, das Zugpersonal war entsprechend geschminkt und unterwegs stießen stilecht Teufel und Hexen hinzu, erzählten schauerige Geschichten über Faust und die Umgebung und reichten einen echten Hexentrank.
So kam keine Langeweile auf und eine gute Stunde später, die Dämmerung brach gerade an, erreichten wir den Brocken. Nur kurze Zeit blieb zum Durchschnaufen, sowie um einen kleinen Snack oder ein Getränk zu sich zu nehmen, denn 19:00 Uhr began die Vorführung. Die Inszenierung war sehr gut, es wurden (angeblich) die Orginal Goethe-Texte vorgetragen in einer abwechslungsreichen Mischung aus Rocksongs und klassischem Theater.
Unterstüzt wurden die Schauspieler dabei von einer Live-Band, die die Songs (z.B. "Born To Be Wild") klasse vorspielten.
Der einzige Minuspunkt leider war der lokationsbedingt nicht sonderlich geeignete Goethe-Saal als Bühne und Auditorium. Es war deutlich zu sehen, dass dieser Saal normalerweise als Speisesaal des Brockenhotels dient. Die Bühne war dementsprechend nicht großartig erhöht und knapp 20 Stuhlreihen hintereinander sorgten beim Publikum auf den hinteren Plätzen für verzweifeltes Hälserecken. Auch wir hatten das harte Los einen hinteren Sitzplatz zu bekommen. Dies war um so ärgerlicher, weil alle Plätze das gleiche kosten und (anscheinend) keine Möglichkeit besteht beim Kauf entsprechende Sitze vorne zu revervieren. Nach welchen Kriterien die Sitzwahl vonstatten ging, war für uns nicht ersichtlich.
Nach einer Stunde wurde eine Pause von ca: 15 Minuten gemacht, während der man eine warme Mahlzeit bekam. Kurze Zeit später ging das Stück weiter. Trotz der schlechten Sitzposition war die Stimmung ziemlich gut und nach einer weiteren Stunde der Faust I vorbei. Es gab natürlich stehende Ovationen und Zugaben von den Schauspielern. Danach ging es zurück zur Brockenbahn durch den nun herrschenden kalten Herbstwind und Regen, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch; im Gegenteil es passte wunderbar in die Szenerie mit Faust, Mephisto und den Hexen auf dem Brocken, die vorher noch im Auditorium vorgespielt wurde. Nun erlebten wir genau diese Szene mit Hexen, Teufel, einem eisigen Wind und fast völliger Dunkelheit.
Mit der Brockenbahn fuhren wir dann nochmals eine gute Stunde zurück nach Wernigerode von wo wir mit dem Auto nach Hause fuhren.
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