Der Titel klingt reißerisch, das Buch ist es aber ganz und gar nicht. Es ist eine interessante Analyse, wie es zu der aktuellen Finanz- und Bankenkrise kommen konnte und erzählt auch die Geschichte vom Anfang der Blase bis zu seinem vorläufigen Höhepunkt im Herbst letzten Jahres der Pleite von Lehmann.
Wolfgang Münchau ist Gründungsmitglied und war Chefredakteur der Financial Times Deutschland, arbeitete vorher bereits als Korrespondent für die Financial Times und der Times und betreibt den Wirtschaftinformationsdienst http://www.eurointelligence.com/. Er kennt sich daher in diesem Gebiet hervorangend aus.
Es ist sehr interessant zu sehen, wie unser Finanzmarkt funktioniert, welche Ursachen die Krise hat, wie irrwitzig eigentlich gehandelt wurde und auf welche verrückte Art und Weise man aus den Hypotheken amerikanischer Bürger wieder Geld gemacht hat. Das Buch beschreibt, welche Rolle die Finanzpolitik (Basel II), die Ratingagenturen, die Zentralbanken, Hedgefonds und Investmentbanken in diesem Drama gespielt haben und wie sie alle ursächlich zu dieser Krise beigetragen haben.
Man erfährt zum Beispiel, dass AIG gerettet werden muß, weil es so aggresiv als Versicherer von verbrieften Schuldverschreibungen auftrat. Denn wenn der Versicherer die Ausfälle nicht mehr zahlen kann, würden diese Ausfälle wohl noch viele andere Banken an den Rand des Ruins treiben. Vernünftigerweise muß ja ein Unternehmen, welches sich verspekuliert hat und aufgrund falscher Geschäftspolitik in den Ruin getrieben wird auch untergehen, aber AIG wird für seine waghalsigen und riskanten Geschäfte auch noch von der Regierung mit Milliarden unterstüzt.
Wer sich für diese Krise interessiert oder wer verstehen will, was eigentlich eine Verbriefung ist oder wie ein Credit Default Swap (CDS) funktioniert oder warum AIG gerettet werden muß, der sollte sich dieses Buch unbedingt näher anschauen. Es ist sehr gut geschrieben und nebenbei erfährt man noch, wie eigentlich unser Finanzsystem funktioniert.

