Jetzt komme ich endlich dazu, dieses Buch zu rezensieren.
Es handelt sich hierbei um ein Jugendbuch, dass unter dem Eindruck des Tschernobyl Desasters 1987 entstand. Der Roman beschäftigt sich mit den Folgen eines Super GAUs, der sich im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern ereignet hat. Erzählt wird die Geschichte der Schülerin Janna-Berta, die im Verlauf des Unfalls, sowie der aufkommenden Panik ihre ganze Familie verliert und sich allein von Bayern bis nach Hamburg und später Wiesbaden durchschlägt.
Für ein Jugendbuch fand ich die Szenen teilweise ganz schön grausam, vor allem die Panik während der Flucht der Menschen nach Norden sowie später im Krankenhaus, wo sie das Leid und den Tod vieler Kinder erleben muß. Auch spricht Pausewang die gesellschaftspolitischen Folgen der Katastrophe an, angefangen von Hunger, Intoleranz den Strahlenopfern gegenüber und das Verdrängen der Katastrophe. Also vermutlich genau das, was uns nach einem solchen Reaktorunglück tatsächlich blüht.
Man muß sich natürlich klar machen, dass diese Buch im Jahr 1987 spielt. So existiert natürlich noch die DDR. Und auch die heutzutage so normalen modernen Kommunikationsmöglichkeiten spielen keine Rolle, was einem mal wieder bewußt war, dass die 80er Jahre doch schon ganz schön lange vorbei sind und damit der Roman leider nicht ganz so realistisch wirkt.
Dieses Buch hat infolge der Ereignisse um Fukushima eine neue traurige Relevanz bekommen und es wird wohl auch noch Jahre dauern, bis wirklich klar ist, womit die Menschen in Japan leben müssen und welche Auswirkungen diese Katastrophe wirklich hat. Vor diesem Hintergrund spielen die kleinen Schwächen keine Rolle, zumal wenn man die Auswirkungen auf die Gesellschaft betrachtet.
Fazit: lesenswert!
