Das Buch erzählt die Geschichte des kleinen David Rosen, der als 10-jähriger 1938 in ein ärmliches Viertel nach Hagen zieht. Carlo Ross beschreibt darin sehr anschaulich, wie sich die Verhältnisse für die jüdischen Menschen immer mehr verschlechtern, angefangen von gelegentlichen Beschimpfungen bis hin zu Raub und Mord während der Reichskristallnacht und der ersten Kriegsjahre. Die zunehmende Diskriminierung ist ein großes Problem und nach und nach wenden sich immer mehr Menschen und Freunde ab, sei es weil sie selber Angst haben und gezwungen werden den Kontakt abzubrechen, sei es weil sie selber Nazis sind oder weil sie Glück haben und rechtzeitig flüchten können.
Dieses Buch ist eigentlich ein Kinderbuch, aber ich fand es dennoch sehr gut. Es liest sich spannend und erschütternd fand ich vor allem die Ereignisse vom 09.11.1939. Das Buch endet damit, wie die Familie Rosen ins KZ deportiert wird. Ich vermute, die weitere Geschichte wird dann im Buch "Im Vorhof der Hölle" beschrieben, habe diese Buch jedoch noch nicht gelesen.
Carlo Ross war Schriftsteller und Überlebender des Holocausts. Er wurde 1928 geboren, passt also genau in das Alter des Hauptcharakters David Rosen. Ich vermute, er verarbeitete in diesen beiden Büchern seine eigenen Erlebnisse aus dieser Zeit.
Obwohl es sich bei diesem Buch um ein Kinderbuch handelt, kann ich es nur empfehlen.
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Wednesday, 16. September 2009
Carlo Ross: "...aber Steine reden nicht"
Thursday, 30. July 2009
Stéphane Bruchfeld, Paul A. Levine: "Erzählt es euren Kindern"
Dieses Buch behandelt ein tragisches Kapitel deutscher und europäischer Geschichte. Es behandelt den Holocaust.
Wir alle kennen dieses grausige Kapitel wahrscheinlich aus dem Geschichtsunterricht, sowie diversen gesellschaftlichen Diskussionen, TV Sendungen (Guido Knopp…), Literatur ("Das Tagebuch der Anne Frank") und anderen Gebieten.
Dennoch kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Das Buch befindet sich schon länger in unserem Besitz, doch ich habe lange gezögert es zu lesen, weil ich erstens selber das Gefühl hatte zum Thema sei alles gesagt, und vor allem — wie mir jetzt erst klar wird — aus Angst vor den dort veröffentlichten Grausamkeiten. Denn was — zumindest ging es mir so — was der Geschichtsunterricht und all die Debatten nicht geschafft haben, hat dieses Buch geschafft, nämlich den Opfern ein Gesicht zu geben. Man sagt, der Holocaust hätte 6 Millionen Menschen das Leben gekostet. Aber dass hinter dieser Zahl die Schicksale von 6 Millionen Menschen stecken, das vergißt man allzu leicht, ja das kann man gar nicht begreifen. 6 Millionen Menschen, d.h. Behinderte, Alte, Junge, Frauen, Männer, Kinder, Kleinkinder, Babys, Schwangere, Landstreicher, Zigeuner, Kriegsgefangene, Homosexuelle, Christen, Juden, Widerständler, Demokraten, Kommunisten, Gewerkschaftler, Sozialdemokraten, Russen, Polen, Deutsche, Kriegsgefangene und "Asoziale".
Tatsächlich ist das Buch unerträglich schwer zu lesen, aufgrund der vielen Aussagen, Fotos und Dokumente von Zeitzeugen. Da werden einerseits in einfachen Worten die unglaublichsten Fakten über den Holocaust erwähnt und gleichzeitig werden zum Thema gehörende Geschichten von Menschen erzählt und Fotos gezeigt. Genau diese Aussagen der Zeitzeugen, von denen ein Großteil dieses finstere Kapitel nicht überlebt hat, sind es, die dieses Buch so lesenswert und doch unerträglich machen. Als ganz besonders gruselig empfinde ich die Schilderungen und Bilder von Kindern. Das sind sehr emotionale Momente.
Da ist die Geschichte von den 20 Kindern erzählt, an denen grausame medizinische Versuche durchgeführt wurden und die im April 1945 noch schnell getötet werden, da wird ein Foto gezeigt von einem kleinen Jungen, vielleicht 4 Jahre alt, das auf dem Boden im Warschauer Ghetto liegt und stirbt und die Menschen gehen daran vorbei, denn sie haben zu viele dieser Menschen gesehen. Da werden die Geschichten der Deportationen erzeählt und über das Leid der Menschen in den Ghettos berichte und besonders erschütternd sind die Fakten über die Menschen in den KZs und Tötungslagern. Aber auch über die vereinzelten Widerständler und die Lage der Menschen in den verschiedenen besetzten Gebieten, sowie die Reaktionen im Ausland und noch so viele andere wichtige Aspekte, die zu nennen, den Rahmen hier sprengen würde.
Das Buch will eine Ergänzung zum Geschichtsunterricht sein und dafür ist es sehr gut geeignet, aber die Wahrheit ist doch teilweise so schlimm, dass ich es nicht ohne Weiteres als Kinderbuch bezeichnen würde (Einordnung bei Amazon: Bücher > Religion & Esoterik > Judentum > Geschichte > Literatur für Kinder).
Es ist schwierig, die passenden Worte zu finden. Und angesichts dieses Leid überdenkt man viele Dinge, die einem heute doch so wichtig erscheinen. Zitieren möchte ich eine Stelle den Schriftsteller, Zeitzeugen und Überlebenden von Auschwitz:
Aus genau diesem Grund muß man sich mit diesem düsteren Kapitel beschäftigen, damit diese grausame Lektion in Sachen Unmenschlichkeit eine Ausnahme bleibt. Also: Erzählt es Euren Kindern!
Wir alle kennen dieses grausige Kapitel wahrscheinlich aus dem Geschichtsunterricht, sowie diversen gesellschaftlichen Diskussionen, TV Sendungen (Guido Knopp…), Literatur ("Das Tagebuch der Anne Frank") und anderen Gebieten.
Dennoch kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Das Buch befindet sich schon länger in unserem Besitz, doch ich habe lange gezögert es zu lesen, weil ich erstens selber das Gefühl hatte zum Thema sei alles gesagt, und vor allem — wie mir jetzt erst klar wird — aus Angst vor den dort veröffentlichten Grausamkeiten. Denn was — zumindest ging es mir so — was der Geschichtsunterricht und all die Debatten nicht geschafft haben, hat dieses Buch geschafft, nämlich den Opfern ein Gesicht zu geben. Man sagt, der Holocaust hätte 6 Millionen Menschen das Leben gekostet. Aber dass hinter dieser Zahl die Schicksale von 6 Millionen Menschen stecken, das vergißt man allzu leicht, ja das kann man gar nicht begreifen. 6 Millionen Menschen, d.h. Behinderte, Alte, Junge, Frauen, Männer, Kinder, Kleinkinder, Babys, Schwangere, Landstreicher, Zigeuner, Kriegsgefangene, Homosexuelle, Christen, Juden, Widerständler, Demokraten, Kommunisten, Gewerkschaftler, Sozialdemokraten, Russen, Polen, Deutsche, Kriegsgefangene und "Asoziale".
Tatsächlich ist das Buch unerträglich schwer zu lesen, aufgrund der vielen Aussagen, Fotos und Dokumente von Zeitzeugen. Da werden einerseits in einfachen Worten die unglaublichsten Fakten über den Holocaust erwähnt und gleichzeitig werden zum Thema gehörende Geschichten von Menschen erzählt und Fotos gezeigt. Genau diese Aussagen der Zeitzeugen, von denen ein Großteil dieses finstere Kapitel nicht überlebt hat, sind es, die dieses Buch so lesenswert und doch unerträglich machen. Als ganz besonders gruselig empfinde ich die Schilderungen und Bilder von Kindern. Das sind sehr emotionale Momente.
Da ist die Geschichte von den 20 Kindern erzählt, an denen grausame medizinische Versuche durchgeführt wurden und die im April 1945 noch schnell getötet werden, da wird ein Foto gezeigt von einem kleinen Jungen, vielleicht 4 Jahre alt, das auf dem Boden im Warschauer Ghetto liegt und stirbt und die Menschen gehen daran vorbei, denn sie haben zu viele dieser Menschen gesehen. Da werden die Geschichten der Deportationen erzeählt und über das Leid der Menschen in den Ghettos berichte und besonders erschütternd sind die Fakten über die Menschen in den KZs und Tötungslagern. Aber auch über die vereinzelten Widerständler und die Lage der Menschen in den verschiedenen besetzten Gebieten, sowie die Reaktionen im Ausland und noch so viele andere wichtige Aspekte, die zu nennen, den Rahmen hier sprengen würde.
Das Buch will eine Ergänzung zum Geschichtsunterricht sein und dafür ist es sehr gut geeignet, aber die Wahrheit ist doch teilweise so schlimm, dass ich es nicht ohne Weiteres als Kinderbuch bezeichnen würde (Einordnung bei Amazon: Bücher > Religion & Esoterik > Judentum > Geschichte > Literatur für Kinder).
Es ist schwierig, die passenden Worte zu finden. Und angesichts dieses Leid überdenkt man viele Dinge, die einem heute doch so wichtig erscheinen. Zitieren möchte ich eine Stelle den Schriftsteller, Zeitzeugen und Überlebenden von Auschwitz:
»Es ist nicht leicht oder angenehm, in diesem Abgrund des Bösen zu graben. […] Man ist versucht, sich erschaudert abzuwenden und sich zu weigern, zu sehen und zu hören: Das ist eine Versuchung, der man widerstehen muss.«
Aus genau diesem Grund muß man sich mit diesem düsteren Kapitel beschäftigen, damit diese grausame Lektion in Sachen Unmenschlichkeit eine Ausnahme bleibt. Also: Erzählt es Euren Kindern!
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