Hubertus Knabe ist Historiker und Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen und war von 1992 - 2000 in der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (Gauck-Behörde) tätig und ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen über die DDR.
In diesem Buch, lässt er verschiedene Zeitzeugen die Erlebnisse ihrer vergeblichen Fluchtversuche und vor allem die unmenschlichen Behandlungen durch die Stasi schildern. Vor allem die Erlebnisse während kurz nach dem Mauerbau in den 60er Jahren sind erschütternd.
Diese Menschen wurden aufgrund ihres Freiheitsdrangs wie Schwerverbrecher behandelt, ihre Familienangehörige erfuhren monatelang nicht was passiert war und hatten so gut wie keine Möglichkeit mit ihnen in Kontakt zu treten und wenn sie es durften, gab es keine Möglichkeit zu erfahren, was wirklich in den Untersuchungsanstalten vor sich ging.
Dabei waren diese Menschen schlimmsten Psyschofolter ausgesetzt, u.a. Isolierhaft, stundenlange Verhöre, wenig Essen, Spitzel der Stasi als Mithäftlinge, und natürlich Lügen und Drohungen der Stasi-Mitarbeiter.
Und um diesen Geschehnissen den Anschein eines Rechtsstaats zu geben, müssen sie ihre verdrehten Aussagen immer schön unterschreiben und mit ihren Anwälten durften sie nicht über ihren Fall reden.
Ich selber war ja noch ein kleines Kind damals, als die Mauer gefallen ist und überhaupt kann man sich das heutzutage überhaupt nicht mehr vorstellen. Gerade weil heutzutage die DDR ja oft verklärt wird, ist es wichtig sich immer vor Augen zu führen, was für ein Unrechtsstaat das war.
Die Erzählungen dieser Menschen sind erschütternd zu lesen und ähneln sich oft. Ich hätte mir gewünscht, die Erzählungen wären ausführlicher. Gerade die versuchten Fluchtversuche kamen teilweise etwas kurz und leider enden alle Geschichten nach der Verurteilung. So erfährt man im Anhang nur kurz was aus diesen Menschen heutzutage geworden ist, aber man erfährt nicht, wie es diesen Menschen im normalen Gefängnis ergangen ist (oder was aus Ihren Fluchthelfern wurde).
Sehr lesenswert ist auch das Vorwort, so erfährt man z.B. dass zwischen 1949 und 1989 4,9 Millionen Deutsche flüchteten. Dass es so viele waren, hat mich schon sehr überrascht. Die DDR hatte 1989 > 16 Millionen Einwohner. Das heißt, dass ein gutes Viertel der Einwohner geflüchtet sind. Wer hätte das gedacht! Das sagt viel über die Lebensverhältnisse im Sozialismus aus.
Prädikat: unbedingt empfehlenswert.
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Thursday, 17. December 2009
Hubertus Knabe: "Die vergessenen Opfer der Mauer"
Monday, 9. November 2009
20 Jahre
Kaum zu glauben, dass der Mauerfall schon wieder 20 Jahre her ist. Ich war damals zwar noch ein Kind, aber ich erinner mich trotzdem noch an den Tag: Plötzlich kamen meine Eltern ins Kinderzimmer und weckten mich und meine Schwester. Dann schauten wir gemeinsam fern. Ich glaube, damals war mir noch nicht klar, was das bedeutete.
Ich war damals noch sehr klein und ich erinner mich nur noch dunkel an diese Zeit. Und dennoch hab ich damals schon gemerkt, dass die Atmosphäre damals "anders" war. Mittlerweile kommt das mir so unwirklich vor. Die DDR ist mittlerweile so weit weg und ich bin froh, dass wir heutzutage so viele Möglichkeiten haben.
In diesem Sinne: Ein Hoch auf die mutigen Menschen, die dafür gesorgt haben, dass die Mauer fiel und dann später die Einheit kam.
Ich war damals noch sehr klein und ich erinner mich nur noch dunkel an diese Zeit. Und dennoch hab ich damals schon gemerkt, dass die Atmosphäre damals "anders" war. Mittlerweile kommt das mir so unwirklich vor. Die DDR ist mittlerweile so weit weg und ich bin froh, dass wir heutzutage so viele Möglichkeiten haben.
In diesem Sinne: Ein Hoch auf die mutigen Menschen, die dafür gesorgt haben, dass die Mauer fiel und dann später die Einheit kam.
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